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12.07.2014

Hubert Becker ist seinem Hobby seit 75 Jahren verbunden

Brieftaubenzüchter aus Leidenschaft

2014-07-12 hubert becker kDer Brieftaubensport entfacht sicher nicht (mehr) die flächendeckende Begeisterung wie es früher vor allem im Ruhrgebiet der Fall war, oder es andere Sportarten heute tun. Es ist ein Hobby, dem Tag für Tag viel Zeit gewidmet werden muss. Zeit, die oft mit einer lebenslangen Begeisterung für die leistungsfähigen Tiere einhergeht.

Taubenliebhaber werden unbestritten seltener - doch es gibt sie noch, die Brieftaubenzüchter aus Leidenschaft: Einer von ihnen ist der Ottmarsbocholter Hubert Becker.

"Seit meinem sechsten Lebensjahr begleiten mich die Tiere durchs Leben", sagt Hubert Becker, der am Sonntag (13. Juli) sein 80. Lebensjahr vollendet. "Damals hielt ich zwei Taubenpärchen auf der Tenne", erklärt er die Anfänge seines Hobbys und kommt dabei sofort ins Schwärmen.

Aus den wenigen "Feldflüchtern" von vor über 70 Jahren sei nun ein Schwarm von rund 50 Brieftauben geworden, die im Spitzboden seiner Garage beheimatet sind. Wenn er dort den Schlag betritt, herrscht Vertrautheit zwischen Züchter und Tier, die allenfalls ein WN-Mitarbeiter zu stören vermag.

"Bei fremden Personen reagieren die Tauben schnell nervös." Hubert Becker selbst macht indes sofort einige seiner Prachtexermplare in der Menge aus. Denn Brieftauben der Schönheitsklasse sind Beckers Spezialgebiet. Seit einer Prämierung im Jahr 1979 für die schönste Brieftaube im Kreis schlägt sich dies immer wieder in seinen Zuchten nieder. Nachdem er seine Schützlinge auch viele Jahre auf die Reise geschickt hat, stehen heute höchstens noch Schönheitswettbewerbe an.

"Ich kann mich immer wieder an den Tauben erfreuen. Es geht mir mehr um die Liebe zum Tier. Auf große Erfolge war ich nie erpicht", fasst der Zichter zwar seine Philosophie zusammen - Erfolge sind dennoch zu verzeichnen. Zuletzt gewann er die Schönheitsklasse im Regionalverband Münsterland.

Engagement legt er nicht nur bei den eigenen Tauben an den Tag, sondern seit Jahrzehnten als Schrift- und aktuell als Protokollführer im Verein. Parallel war er 35 Jahre Geschäftsführer der Reisevereinigung (RV) Lüdinghausen. "Das alles konnte ich nur unter einen Hut bringen, weil meine Frau Minchen mir den Rücken frei gehalten hat".

Die aktuellen Entwicklungen im Brieftaubensport bereiten Becker dagegen Sorge. "Den Rückgang an aktiven Züchtern bedauere ich, dabei hat die Brieftaubenliebhaberei so eine weitreichende Tradition". Eine Tradition, deren Anfänge der Fachliteratur nach, auf mehrere Tausend Jahre rückdatiert werden können.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten/Sebastian Halsbenning