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Mo. , 06. Feb. 2023



Prinzenwagen der Ecke Horst könnte schon starten

Karneval steht vor der Tür: Viele fleißige Hände im Einsatz

2023 01 16 bauen2023 01 16 nähen„Wenn es schon nächste Woche losginge, wären wir bereit“, erklärte Prinz Maximilian I. nicht ohne Stolz, als am Samstag der Akkuschrauber, die Farbrolle und der Rosendraht aus den Händen gelegt wurden. Viele Närrinnen und Narren der Prinzenecke Horst arbeiten seit Monaten mit Hochdruck am Prunkstück des diesjährigen Karnevalsumzugs, da darf man schon mal ein bisschen vorfeiern. Zwar werden letzte Handgriffe die fleißigen Karnevalisten noch bis kurz vor dem großen Tag am 12. Februar (Sonntag) auf Trab halten, aber der Prinzenwagen ist schon so weit gediehen, dass sich die Hörster Narren die kleine Wagenbauparty verdient hatten.

„Das hier, das ist für mich der eigentliche Karneval“, bekundete Frauke Weermann und meint damit das gesellige und emsige Arbeiten an dem gemeinsamen Ziel. „Ich fühle mich pudelwohl hier unter all den jungen Leuten und genieße einfach diese geselligen Stunden“, erzählte sie. Und es waren etliche Stunden, die die Frauen gemeinsam genäht und gebunden haben: Über 25 000 Rosen aus Krepppapier und Kostüme für die Fußgruppen liegen traditionell in weiblicher Hand.

Die Älteren helfen den Jüngeren beim Umgang mit den Nähmaschinen, von denen bis zu zehn parallel laufen, oder erklären die Technik des Rosenbindens, die sich aber leicht lernen lässt: „Drei, vier Stunden am Stück kann man das wohl machen“, sind sich die Frauen einig. Die Schnitte für die Kostüme hat Frauke Weermann selbst entworfen. „Die Idee kam mir bei einem gemütlichen Kaminabend zu Hause“, berichtet sie mit einem Lächeln.

Leuchtende Signalfarben, feine Details werden mit Feuereifer zu eindrucksvollen Kostümen verarbeitet. Bis zu dreimal in der Woche treffen sich die Helferinnen und Helfer zum Wagenbauen und Nähen. Reichlich leckerer Kuchen, heißer Kaffee und das eine oder andere Kaltgetränk lassen das Schmuddelwetter draußen vergessen.

Nebenan tüfteln derweil die Männer am fahrbaren Untersatz für Elferrat und das Prinzenpaar Maximilian I. (Hibbe) und Kristin I. (Eckhoff). Ein altes Flugfeldfahrzeug dient dabei als Unterbau. „Das haben wir schon damals vor neun Jahren eingesetzt, als wir mit dem Piratenschiff den letzten Prinzenwagen gestellt haben“, berichtet Maximilian Hibbe und verrät auch einen Grund, warum die Narren so gut im Zeitplan liegen: „Wir haben mit den ersten Arbeiten für diesen Wagen ja schon vor Corona angefangen und mussten dann zwei Jahre warten, bis der Straßenkarneval wieder stattfinden konnte.“ Der feste Kern von 30 Wagenbauern hat eine hydraulische Plattform für das Prinzenpaar auf dem Wagen montiert und ihn passend zum diesjährigen Thema komplett verwandelt. Wie er aussehen wird, das wollen die Narren noch nicht verraten.

 

Bericht:  Sandra Molitor/Westfälische Nachrichten