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Mo. , 06. Feb. 2023



Krippenweg in Ottmarsbocholt

Wie es Ottmarsbocholt fast ins Lukas-Evangelium schaffte . . .

2023 01 krippenwegEs ist eine ungewöhnliche Station, die erstmals auf dem Ottmarsbocholter Krippenweg zu sehen ist. Am Jallermann-Denkmal sind drei bunte Holzfiguren zu bewundern. Aufgestellt haben sie Anlieger der unteren Neustraße. Die Station schlägt schon optisch eine Brücke zwischen Krippe und Karneval. Archie Willecke hat die bunten Figuren erstellt und auch die Geschichte dazu geschrieben. „Wie es Ottmarsbocholt fast in das Lukas-Evangelium geschafft hätte und warum der Jallermann als Denkmal im Dorf steht“ lautet der Titel.

Auf sechs ausgehängten Seiten vor Ort oder dank QR-Code auf dem Sofa kann man erfahren, was es mit den Figuren auf sich hat. Drei Originale aus dem Münsterland machen sich auf den Weg ins Heilige Land – und kehren voller Erfahrungen zurück nach Ottmarsbocholt. So könnte man die Geschichte zusammenfassen. Da sind die Hebamme Lina, die als „Spökenkiekerin“ und weise Frau gilt, der Kiepenkerl Natz und der bunt gekleidete Jallermann.

Auslöser für die Reise ihres Lebens ist ein besonderer Stern mit langem Schweif, den Lina in einer Dezembernacht am südlichen Himmel entdeckt. Der Stern weckt ihre Neugier und ihr Fernweh. Da Natz als Kiepenkerl im Winter Flaute hat, begleitet er Lina. Schon nach wenigen Kilometern schließt sich der sangesfreudige Jallermann den beiden an. Auf der langen Reise marschieren Lina und Natz immer dann besonders schnell voran, wenn Jallermann in die Tasten seines Akkordeons greift und die anderen mit seinem „Gejaller“ antreibt.

Was das Trio im heiligen Land erlebt, wie die mitgebrachten „drei M“ (Mettendchen, Möhren und Musik) aus dem Münsterland als Krippengeschenke ankommen, warum Jallermann viel, viel später ein Denkmal gesetzt wurde – und dass es das Trio dank seiner westfälischen Bescheidenheit doch nicht ins Evangelium schaffte, ist in Willeckes schöner Geschichte nachzulesen.

 

Bericht + Foto: Westfälische Nachrichten / Thomas Fromme