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Sa. , 21. Okt. 2017



Grandiose Prinzenproklamation in der Halle Vollmer

2017 02 prinzenpaar k2017 pripro1 kDas gleiche Recht, was sich Donald Trump herausnimmt, das genehmigte sich am Samstagabend auch Carsten Schemmer. „Ich freue mich, dass ich hier so circa 1,5 Millionen Leute sehe. Ja, liebe Presse, das sind einfach alternative Fakten“. Was für den US-Präsidenten als unschuldige Form der Übertreibung gilt, das war für den Conférencier bei der Prinzenproklamation nur der Anfang: Er stellte der neuen amerikanischen Politik ein vernichtendes Urteil aus. Und die russische Annektion der Krim kam ebenfalls zur Sprache, um davon einen Bogen nach Otti-Botti zu schlagen, „wo die Neustraße das neue Baugebiet Sudendorp annektiert“.

2017 pripro2 kErst recht nicht auf ihrem Vormarsch zu stoppen sei aber die Heide, deren Territorium sich mittlerweile weit auf Sendener Gebiet ausgedehnt hat. Die Folgen dieser Grenzverschiebung sind einfach fantastisch: Denn so weit weg „in der Schöllinger Heide“, da wohnen zwei, die nach eigener Aussage „hier richtig Bock auf Karneval “ haben. Bei dieser mehrfach wiederholten Ansage von Prinz Marc und Funkenmariechen Christine , da bebte die Halle Vollmer.

 

„Leider lebe ich gefangen, hinterm Kanal da muss ich bangen. Deshalb erfüllt sich mein größter Traum, Prinz zu sein in Otti Botti-Town“. Der Prinz zeigte sich unendlich glücklich, sein närrisches Blut hier ausleben zu dürfen. Und er bedankte sich für die tolle Unterstützung, die er in den vergangenen Wochen erfahren habe.

Die Karnevalsecke Heide, sie war aber nicht nur bereit für eine ausgelassene Amtseinführung des von ihr gestellten Oberhauptes, „wir sind auch soweit, in zwei Wochen durch die Straßen zu fahren. Wir haben es geschafft, der Wagen ist heute fertig geworden“. 22 222 Rosen seien angenagelt worden. Der Vorsitzende der Karnevalsgesellen, Maximilian Hibbe , hatte in seiner Begrüßung einen Appell „für eine Feier ohne Mauern und Einreiseverbote“ an die anwesenden Jecken gerichtet. Wer keine Brille einer Großmannssucht auf hatte, der dürfte am Samstag über 500 gezählt haben. „Was fehlte unserem Karneval alles an Unterstützung ohne die Nicht-Ottmarsbocholter?“, gab Hibbe zu bedenken. Ein Blick auf den Prinzen, das sagte an diesem Abend ja eigentlich alles.
„Hör gut zu, Du bist mein Glück. Ich bin total durch dich verzückt…“ Bevor die Halle bei diesem oder vielen anderen vom DJ aufgelegten Hits auf der Tanzfläche in den siebten Himmel schwebte, hatten die Dansmüskes der fünften und sechsten Generation Ekstase pur verbreitet mit ihren Tänzen zu Disco-Rhythmen von Abba oder zu dem Klassiker „It´s raining men“. Das ging aber so richtig unter die Haut. Die Leitung lag bei Astrid Overbeck (seit 1988 dabei) und Andrea Bülskämper sowie Verena Overbeck und Katrin Schulz.

Nicht weniger Enthusiasmus erzeugten Country-Musik und die „Flying Steps“ von der Holten Straße (Choreographie Lena Althoff und Monique Volbracht). Regelrecht gerockt wurde bei der Live-Performance der Band „Flamingo Express“ aus dem Broholt.

Den Ohrwurm „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ hatte Bauer Schulte Brömmelkamp mit im Gepäck und tat damit ein Weiteres, um die Gefühle in überschwängliches Taumeln zu bringen.

„Von Dieter, einem richtigen Vollpfosten“, wusste Dirk Möllenbeck in altbewährter Manier höchst Amüsantes zu berichten. Als Marcus Krebs zog er Flachwitze vom Allerfeinsten vom Stapel und durfte sich anschließend – angeführt vom Hofmarschall der Heide, Carsten Schnieder – beim Prinzen einen Orden anheften lassen.

 

Bericht: Ulrich Reismann/Westfälische Nachrichten / Fotos: Stephan Overbeck

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