logo 2013 11 19 standard

Do. , 25. Mai 2017



Prinz Marc I. und Funkenmariechen Christine I. im WN-Interview:

„Wir möchten mitreißen und begeistern“

2017 prinzeninterviewDie fünfte Jahreszeit treibt immer wieder ganz besonders bunte Blüten. Eines dieser außergewöhnlich jecken Pflänzchen sprießt in dieser Session in der Karnevalshochburg Otti-Botti, genauer gesagt, in der Ecke Heide. Zum ersten Mal seit Narrengedenken hat kein Ottmarsbocholter, sondern ein Sendener die Regentschaft in der Karnevalshochburg übernommen. Denn die Prinzenecke Heide hat Marc Füstmann für dieses Amt erkoren. Ihm zur Seite steht Ehefrau und Funkenmariechen Christine . Redakteur Siegmar Syffus von den Westfälischen Nachrichten sprach mit den närrischen Oberhäuptern.

Ein Sendener ist Karnevalsprinz in Otti – wie kann so etwas passieren?

Marc I.: Ich habe mir das Vertrauen in der Ecke Heide in den vergangenen 20 Jahren erarbeitet. So lange bin ich schon beim Wagenbauen aktiv dabei.

Sie beim Wagenbau – wie ist es denn dazu gekommen?

Marc I.: Ich war auf der Edith-Stein-Schule immer schon mit Ottmarsbocholtern zusammen in einer Klasse. Später haben wir dann den Kegelclub „Die durstigen Schreihälse“ gegründet. Damals waren wir 16 – die Mofa-Zeit. Irgendwann hieß es dann: Komm‘, wir fahren mal zum Wagenbau. Seither bin ich dabei.

Die Ecke hat Sie also adoptiert?

Marc I.: Ja, das kann man so sagen. Ich bin ein Ottmarsbocholter Jung‘, obwohl ich in Schölling geboren bin. Aber immerhin kommen meine Eltern aus Ottmarsbocholt . Und da die Kinder der Kumpels meines Vaters in meiner Klasse waren, hat sich der Kreis ganz schnell geschlossen.

Und wie steht‘s mit dem Funkenmariechen ?

Christine I.: Ich stamme aus Ottmarsbocholt, bin in der Kreuzbauerschaft aufgewachsen. Meine ursprünglich Ecke ist allerdings die Horst. Bei den Dansmüskes habe ich mit 13 oder 14 angefangen und war dann sieben Jahre lang dabei.

Die Voraussetzungen für die närrischen Ämter sind vorhanden. Doch Prinz und Mariechen wird man nicht automatisch . . .

Marc I.: Nein. Man ist auf mich zugekommen, und hat gefragt, ob ich es mir vorstellen kann, mich zur Wahl zu stellen. Da war ich komplett überrascht.

Das ist auch mit Stolz verbunden . . .

Marc I.: Na klar! Ich bin oberstolz. Es ist ne große Ehre, Prinz zu sein in Otti-Botti. Man repräsentiert schließlich die gesamte Ecke und das Dorf. Die Entscheidung in der Heide ist im Juli nach einer Stichwahl gefallen.

Christine I.: Am Abend der Wahl war ich auf einer Geburtstagsfeier. Als ich nach Hause kam, hat mich Marc um Viertel vor zwölf mit ner Pulle Sekt überrascht.

Marc I.: Und sie sagte mir: Du bist bekloppt!

Am Samstag steht als erstes Highlight die Pripro, die Prinzenproklamation auf dem Programm. Wie gehen Sie die Aufgaben insgesamt an?

Christine. I: Am Wochenende nach der Pripro folgt das Prinzenwiegen am 12. Februar, dann der große Umzug am 19. Februar und bei der Weiberfastnacht am 23. Februar und beim Seniorenkarneval am 25. Februar sind wir selbstverständlich auch dabei. Die Termine haben wir schon mit den Babysittern abgeklärt.

Marc I.: Und am 20. Februar besuchen wir den Ottmarsbocholter Kindergarten und die Davertschule. Anschließend geht es zum Rathaus nach Senden.

Christine I.: An dem Tag gibt es noch eine Premiere: Wir besuchen den St.-Laurentius-Kindergarten, weil unser Sohn Linus dort betreut wird.

Eine Menge Verpflichtungen also – worauf freuen Sie sich am meisten?

Marc I.: Natürlich auf den großen Umzug, wenn wir mit unserem wunderschönen Prinzenwagen durchs Dorf fahren. Die Männer der Ecke haben gemeinsam seit Ende August daran gebaut. Und die Frauen haben über 25 000 Rosen gebunden.

Das Prinzenpaar wohnt in Schölling – wäre es da nicht angebracht mit dem Karnevalswagen eine Schlaufe nach Senden zu fahren?

Marc I.: Nee. Das haben wir ganz bestimmt nicht überlegt. Der Kanal ist immer schon ne karnevalistische Grenze gewesen . . .(lacht).

Welche besonderen Wünsche haben Sie für den Umzug?

Christine I.: Gutes Wetter natürlich, viele Gäste und leuchtende Kinderaugen.

Marc I.: Ich wünsche mir, dass die Bonbons, die zu den Zuschauern geworfen werden, nicht auf der Straße liegen bleiben. Wir stellen seit Jahren fest, dass günstige Wurfmaterialien gar nicht mehr aufgehoben werden. Das ist zu schade. Deshalb investieren wir in etwas besseres Material.

Am Aschermittwoch ist bekanntlich alles vorbei. Wie sollen die Menschen die Jecken der Heide in Erinnerung behalten?

Christine I.: Als bunte Gruppe mit einem tollen bunten Wagen.

Marc I.: Als fröhliche Menschen, mit Herz und Seele. Wir möchten die Leute mitreißen und begeistern. Es geschieht so viel Schlimmes auf der Welt. Im Karneval kann man einmal loslassen und das Leben genießen. Darauf freuen wir uns besonders.

 

ZUR PERSON

Marc (38) und Christine (36) Füstmann sind bereits seit 17 Jahren ein Paar und seit sechs Jahren verheiratet.

Das Ehepaar leben mit seinen Kindern Linus (4) und Franziska (1) auf dem elterlichen Hof von Marc Füstmann in der Sendener Bauerschaft Schölling.

Marc ist nicht nur Prinz, sondern auch Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Senden. Christine arbeitet als Bankkauffrau und stammt gebürtig aus der Ottmarsbocholter Kreuzbauerschaft.

Beide reisen gerne und genießen die Zeit in der Familie.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten

  • Keine Kommentare gefunden
Kommentar hinzufügen