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Mo. , 24. Jul. 2017



Flyer „Bauen in Ottmarsbocholt“

Unser Dorf muss seine Stärken nutzen

2017 01 12 gewerbeSie demonstrierten Zusammenhalt und Initiativgeist, die Ottmarsbocholter Handwerker, Architekten und Finanzdienstleister, die sich am Mittwochabend in der Tischlerei Michael Busch zusammenfanden. Sendens Wirtschaftsförderer Melanie Baßenhoff und Niklas Esser hatten eingeladen, um das Infoblatt „Bauen in Ottmarsbocholt  . . . mit Firmen aus dem Ort“ vorzustellen. Fast alle 27 Anbieter, die mit Namen, Tätigkeit, Adresse und Rufnummern aufgeführt sind, waren erschienen.

Anschließend nutzten die Wissenschaftlerin Dr. Friederike von Hagen-Baaken und Dr.  Frank Kühn-Gerhard von der Handwerkskammer Münster die Gelegenheit, den Gewerbetreibenden das deutsch-niederländische Gemeinschaftsprojekt KRAKE (Krachtige Kernen – Starke Dörfer) vorzustellen. Es zielt darauf ab, die Lebensqualität der Dörfer in Zeiten des demografischen Wandels zu erhalten, die Abwanderung junger Menschen zu verhindern und die Versorgung der wachsenden Schar von Senioren zu sichern.

Dass dazu bezüglich des Handwerks und Gewerbes in Ottmarsbocholt gute Grundvoraussetzungen vorhanden sind, sprach Melanie Baßenhoff an: „Man muss keine Firmen aus Hamburg oder Bremern kommen lassen. Es gibt hier genügend leistungsstarke Unternehmen vor Ort“, betonte sie.

Dass dies alleine nicht reicht, um das Dorf vor den negativen Folgen des demografischen Wandels zu bewahren, verdeutlichte Hagen-Baaken: „Es braucht starke Dörfer um die Versorgungsstrukturen zu erhalten. Stark sind Dörfer durch das Miteinander von Handwerk, Gewerbe und Ehrenamtlichen.“

Es sei notwendig, „Netzwerke vor Ort zu schaffen“, führte Kühn-Gerhard aus und betonte: „Ottmarsbocholt ist ein gesundes Dorf mit gesunden Strukturen, aber es muss etwas getan werden, damit es auch 2020/2025 weiterhin so ist.“

Im Zuge des KRAKE-Projektes könnte Ottmarsbocholt bei entsprechendem Interesse Pilotdorf werden – wie etwa Westbevern. Dort ist „Versorgung Zuhause bis ins hohe Alter“ über ein Netzwerk Thema, das mit vielen Ideen behaftet ist: örtliche Gastronomen bereiten Essen zu, das Ehrenamtliche zu den Senioren bringen, Handwerker bieten in Kooperation gemeinsam Leistungen an . . .

Wie Ehrenamtliche und Gewerbetreibende Hand in Hand arbeiten, erläuterte Kühn-Gerhard im WN-Gespräch an einem simplen Beispiel: „Ein Ehrenamtlicher hilft einer Person, die nicht mehr selbst dazu in der Lage ist, eine neue Glühbirne einzudrehen. Dafür kommt kein Handwerker. Der Ehrenamtliche könnte aber in der Wohnung einen Blick darauf werfen, wo an anderer Stelle ein Handwerker gebraucht wird.“

 

Bericht + Foto: Westfälische Nachrichten/ Siggi Syffus

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