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Di. , 23. Mai 2017



Wohnheim Haus Davert wird durch einen Neubau ersetzt

2016 12 15 haus davert 3 k2016 12 15 haus davertDas Ende trägt die Last – heißt es im Volksmund. In der Sphäre der Kommunalpolitik bedeutet das: Die letzte Fachausschuss-Sitzung im Jahr wird oftmals mit vielen und teils komplizierten Themen vollgepackt. Auf insgesamt 192 Seiten brachten es die Vorlagen, die die Mandatsträger durchzuackern hatten, wie Gerd Gebauer (CDU), Vorsitzender des Gemeindeentwicklungsausschusses, am Donnerstagabend zum Auftakt herausgestellt hatte.

Breiten Raum nahm in der Sitzung der Tagesordnungspunkt „Quartiersentwicklung Haus Davert“ im Bereich Kirchstraße / Davertweg in Ottmarsbocholt ein.

2016 12 15 haus davert 1930 kDrei Jahre Vorlaufzeit liegen vor der Planung, die Dieter Kornmann, Geschäftsführer des Sozialwerkes St. Georg Westfalen-Nord, Gerald Hochkamer, Chef der Abteilung Bauen und Wohnen, und Georg Haefs als Architekt des Sozialwerkes vorstellten.

 

Auslöser der Überlegungen war die Einschätzung, dass das von St. Georg getragene Haus Davert bei Barrierefreiheit und im Sanitärbereich „deutlich unter den Standards liegt, die heute gelten“, wie Kornmann einräumte. Eine Sanierung des einstigen Krankenhauses, das 1973 vom Sozialwerk als Wohnheim für Menschen mit Behinderungen übernommen wurde, lasse sich wirtschaftlich nicht vertreten.

In zwei Schritten soll Ersatz geschaffen und ein weiteres Projekt gestemmt werden: Zuerst entsteht ein zweigeschossiger Neubau für die 24 Klienten auf dem südlich von Haus Davert gelegenen Grundstück. Das Bestandsgebäude wird danach abgerissen. An seine Stelle kommt ein „multifunktionales Wohnprojekt für ältere Menschen mit und ohne Pflegebedarf“, wie die Vertrete des Sozialwerkes ihre Investition umschrieben.

Da in dem dreigeschossigen Neubau auch öffentlich geförderter Wohnraum angeboten werde, sei der Spielraum bei der Kostenkalkulation eng, betonte Hochkamer als Geschäftsführer des Bau-Ressorts.

Damit reagierte er auf Hinweise der Mandatsträger, die bei der Gestaltung und der Auswahl der Werkstoffe auf Nachhaltigkeit und den Einsatz von „ortstypischem regionalen Material“ pochten. So sei Klinkern der Vorzug vor Putz zu geben und wenn, dann sollte dieser eine bestimmte Güte aufweisen.

„Wir sind ein caritativer Träger, der wirtschaftlich, aber nicht gewinnorientiert arbeitet“, parierten die Vertreter des Sozialwerkes die Einwände aus dem politischen Raum. Auch bei der Trauerhalle, die weichen soll, schien kein Ermessensspielraum zu klaffen: Sie bleibe bei den Planungen vollkommen außen vor. „Sonst ist das Projekt vom Tisch“, beschied Hochkamer. Offenbar hatte der Bezirksausschuss Ottmarsbocholt dieses Szenario aber schon akzeptiert, steuerte Gerd Schütte (CDU) in der Diskussion bei. Dass sich die Projekte am Davertweg „in einer Wohngegend in wunderschöner Lage“ bewegen, gab Gebauer den Vertretern des Bauherrn mit auf den Weg. Der Ausschussvorsitzende appellierte, „beim Material ein Auge zuzudrücken“.

Zum Zeitplan gaben die Manager des Sozialwerkes zu Protokoll, dass mit dem Ersatz von Haus Davert nicht vor dem vierten Quartal 2017 begonnen werden könne. Die Bauzeit betrage rund ein Jahr. Der zweite Bauabschnitt mit dem offenen Wohnprojekt werde nicht vor Mitte 2020 starten.

 

Bericht: Westfälische Nachrichten / Dietrich Harhues

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