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So. , 25. Jun. 2017



Schenkwaldspielschar bereitet neues Stück vor

Plattdeutsches Theater im Dorf:  Klamauk mit „frischem Blut“

2016 10 11 theaterDie Abstinenz – sie war lang. Vor einem Jahr, da gab es in Ottmarsbocholt nichts zu lachen. Jedenfalls nicht beim plattdeutschen Theater. Denn die Aufführungen der Schenkwaldspielschar mussten damals notgedrungen abgesagt werden, weil Spieler wegen Krankheit ausgefallen waren. Doch jetzt wird der Klamauk nachgeholt. Vom 4. November (Freitag) an soll nun endlich die „Quaterie in Pollmanns Gaorn“ gespielt werden. Bei dem von Helmut Schmidt geschriebenen Schwank wird getratscht, was das Zeug hält. Mit der Folge, dass den lange geschonten Lachmuskeln nun wieder drei äußerst anstrengende Wochen bevorstehen!

Die „Quaterie in Pollmanns Gaorn“, sie hat es in sich. Denn: Anni Pollmann ist ein Paradebeispiel für einen Menschen, der ein loses Mundwerk hat. Sie lästert über jeden und nimmt es dabei mit der Wahrheit nicht so genau. „Oft geht die Fantasie mit ihr durch. Was sie nicht weis, reimt sie sich selbst zusammen“, erzählt Regisseur Adalbert Willeke. Und übertreibt dabei dann gerne. Auf diese Weise bringt Anni Pollmann die Nachbarn gegeneinander auf – und setzt sich damit gehörig in die Nesseln. Kein Wunder also, wenn in dem Stück jemand kocht vor Wut. Anderen wiederum fällt die Kinnlade runter. Wie man solche Szenen auf der Bühne publikumswirksam – also zwerchfellreizend – zur Geltung bringt, dazu gibt Willeke den Spielern bei den bereits seit acht Wochen laufenden Proben wertvolle Anleitungen.

Die im vergangenen Jahr angedachte Rollenbesetzung musste jetzt auf drei Positionen geändert werden, weil diese Spieler aus beruflichen oder privaten Gründen nicht mehr die notwendige Zeit aufzubringen vermochten. Dies führt nun dazu, dass bei der diesjährigen Theatersaison gleich vier Neulinge ihr Debüt geben werden. So viel „frisches Blut“ auf einmal hatte es noch nie gegeben. Neben Uwe Harves, Michael Löbke und Victoria Mariß ist dies auch noch eine Person, die nicht aus Ottmarsbocholt und der Venne kommt. Mit Martina Borgmann gehört der Crew erstmals eine Sendenerin an. An „alten Hasen“ werden zusätzlich auf der Bühne stehen: Hedwig Klaas, Barbara Kock, Thomas Lordiek, Jannik Schulze Hillert und Angelika Pühringer. Souffleuse ist Marianne Nehls.

Kuriosum am Rande: Bei Neuling Michael Löbke hat sich im Laufe der Proben ein besonderes Problem aufgetan. Als am Montag auf Vollmers Bühne erstmals die Kulisse aufgebaut worden war, musste er feststellen: „Ei, die Türen sind doch etwas niedrig für meine Körpergröße“. Für den „Langen aus der Venne“ heißt es somit beim Betreten und Verlassen der Bühne immer: Kopf einziehen nicht vergessen!

 

Bericht+Foto: WN/Ulrich Reismann

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