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Do. , 22. Jun. 2017



Glasfaser im Außenbereich

2016 09 18 glasfaser aussenbereichIn den nächsten zwei Wochen sind „Klinkenputzer“ gefragt. Sehr viele Bewohner der Außenbereiche seien überzeugt von der einmaligen Chance des Glasfaser-Projekts, erklärte Bürgermeister Sebastian Täger am Donnerstagabend auf der dritten Info-Veranstaltung in der Gaststätte Vollmer. Diese seien nun gefordert, jene Nachbarn, die bislang noch abseits stünden, anzusprechen und zu sensibilisieren. Ein „später Mal“ werde es nicht geben. Wer jetzt nicht mitmache, für den sei der Zug in die Zukunft ein für alle mal abgefahren, weil ein Nachrüsten für den Einzelnen mit unerschwinglichen Kosten verbunden sei.

Auf der Versammlung, bei der sich Philipp Beckhove, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Ottmarsbocholt-Venne, über einen mit mehr als 80 Personen voll besetzten Saal freute, wurde ein Bild vom „digitalen Niemandsland“ gezeichnet, in das alle jene Hausstellen für endlose Zeiten abzurutschen drohten, welche die jetzige Gelegenheit nicht beim Schopfe packten.

„Da steckt Herzblut unseres Bürgermeisters drin. Und wir verfügen über einen Fundus an Erfahrungen aus dem Pilotprojekt in Schölling-Holtrup“. Vor diesem Hintergrund war sich Philipp Beckhove sicher, dass da eigentlich nichts mehr schief laufen könne. „Entscheidend ist nun, dass auch alle mitmachen“. Denn dann könne der Glasfaser-Anschluss für den Einzelnen auch noch billiger werden als die 2200 Euro, die jetzt im Raum stünden. Dass das Projekt mit dem Solidaritätsgedanken stehe und falle, wurde auch von Bürgermeister Täger betont. „Für alle gelten die gleichen Konditionen, egal ob er im letzten Zipfel der Oberbauerschaft wohnt oder direkt am Ortsrand.“ Wenn sich Senden „als erste Kommune deutschlandweit“ die flächendeckende Erschließung der Bauerschaften auf die Fahnen geschrieben habe, „so ist das nichts Idiotisches“, sondern ein zukunftsweisender Schritt, der seine Praxistauglichkeit bereits bewiesen habe.

Der in Schölling-Holtrup an den Tag gelegte Pioniergeist sei mittlerweile zu einem bahnbrechenden Vorbild für den gesamten Kreis Coesfeld geworden. „Die Wirtschaftsförderung des Kreises sieht darin ein Modell für den Breitbandausbau in allen Kommunen“, verkündete Täger nicht ohne einen gewissen Stolz. Natürlich sei dieses nicht zum Nulltarif zu haben, daran gebe es nichts zu deuteln. Aber mit dem Geld mache man sich fit für die Zukunft und es habe eine „deutliche Immobilienwertsteigerung“ zur Folge.

Marc Füstmann als Vorreiter aus dem Pilotprojekt freute sich ebenfalls über den vollbesetzten Saal, dachte aber auch an diejenigen, die nicht gekommen sind. „Die Pessimisten sind zu Hause geblieben“. Diese in den nächsten zwei Wochen davon zu überzeugen, dass es unklug sei, diese günstige Gelegenheit ungenutzt verstreichen zu lassen, das sei jetzt die vorrangige Aufgabe. Am 30. September endet die Frist, eine schriftliche Absichtserklärung für einen Glasfaseranschluss im Rathaus abzugeben.

 

Bericht + Foto: Ulrich Reismann

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