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Di. , 25. Apr. 2017



300 Jahre St. Johannes-Bruderschaft

Josef und Theresia Rave regieren als Kaiserpaar die Johannesbrüder

k 01k 02Der Kaiser der St. Johannes-Bruderschaft heißt Josef Rave, er löst seinen Bruder Klemens Rave ab. 19 Könige nutzten ihr exklusive Recht, beim Schießen an den Start zu gehen. Der Kreis der echten Aspiranten wurde aber später kleiner.

2003, da war Heinrich Lefering noch Schießwart beim Schützenfest im Dillen gewesen. Und der wusste schon damals: „Am Finanzamt, da kommt keiner vorbei.“ Siegfried Beermann wollte dieser Prophezeiung erst nicht glauben und träumte schon fest vom Königstitel. Zum Schluss gab es für ihn jedoch die bittere Erkenntnis: Der Schießwart hatte Recht. Denn: Gegen Josef Rave, den Mann vom Finanzamt, war er chancenlos.

Weitere Fotos unter www.diagruppe.de

Vielleicht hat Heinrich Lefering jetzt am Samstag vom Himmelszelt aus dem Kaiserschießen der St. Johannes-Bruderschaft zugeschaut und sah sich erneut bestätigt: Wieder war es der Finanzbeamte, der das Rennen machte.

Da störte es auch nicht, dass der 64-Jährige mittlerweile im Ruhestand weilt. Und auch dieses Mal schrammte Siegfried Beermann wieder haarscharf am heiß ersehnten Triumph vorbei: Er wäre nach Josef Raves Volltreffer als Nächster an der Reihe gewesen. Zu spät!

Dem fulminanten Auftakt mit einem bombastischen Oktoberfest am Freitag folgte am Samstag ein packender und spannender Wettstreit um die Kaiserwürde. Und danach wird es in der Johannes-Bruderschaft nun zu einer 50-jährigen Rave-Dynastie kommen. Denn das erste Kaiserschießen 1991 hatte schon der Bruder Klemens für sich entschieden, die Ehrenhoheit ist jetzt also in der Familie geblieben und ihr nun bis 2041 sicher.

Insgesamt 19 Könige waren auf der Horst angetreten und gaben den 300-jährigen Jubiläumsfeierlichkeiten damit einen zentralen Glanzpunkt. Der Reigen wurde angeführt von Karl-Heinz Schmauck als dienstältestem Herrscher. Er hatte die Kompanie 1972 unter seine Fittiche genommen. Nimmt man die Lebensjahre als Kriterium, dann stand Schuster Felix Möller an erster Stelle. Er wurde vor wenigen Monaten 80.
Unter ernsthaften Aspiranten lichten sich die Reihen

Nachdem zunächst alle Honoratioren ohne Ausnahme von ihrem exklusiven Schießrecht Gebrauch machten, lichteten sich die Reihen im weiteren Verlauf dann doch recht deutlich. Schließlich kam es zu einem mitreißenden Finale, bei dem die Entscheidung in folgender, streng eingehaltener Reihenfolge gesucht wurde: Norbert Busch, Theo Lindfeld, Elmar Kock, Markus Lefering, Reinhard Dabbelt, Klaus Wulfing, Josef Rave und Siegfried Beermann. Der vorletzte Schuss wurde von Reinhard Dabbelt abgefeuert, Beobachter wollten darin eine entscheidende Lockerung des hölzernen Federviehs gesehen haben. Just in diesem Moment des höchsten Nervenkitzels entschied sich Klaus Wulfing dann fürs „Aussteigen“. Er wollte nicht mehr. Was bedeutete: Jetzt war Josef Rave am Zuge. War es nun Glück? Oder hat einfach der Zufall Pate gestanden?

Man kann es drehen und wenden, wie man will. Aber letztlich zählt ja eigentlich nur das Ergebnis. Und das lässt sich wohl am besten aus dem Lied ableiten, das die Blaskapelle bei der Proklamation intonierte und bei dem das gesamte Schützenvolk lautstark „So ein Tag, so wunderschön wie heute . . .“ schmetterte. Welch eine wunderbare Atmosphäre für ein außergewöhnliches Fest!

Zur Kaiserin erkor sich „Rave der Zweite“ wiederum Ehefrau Theresa, Ehrendamen sind Margret Beisenkötter, Frenzis Lindfeld, Marie-Theres Vorspohl und Annette Welslau.
Gottesdienst geht unter die Haut

Der Jubiläums-Sonntag startete mit einem Gottesdienst. Und der ging unter die Haut: Mit einem beeindruckenden Gesangserlebnis wurden die Feierlichkeiten in der St.-Urban-Kirche fortgesetzt. Ist Blasmusik alleine für viele Schützen schon ein Genuss, so wurde jetzt noch eins drauf gesetzt durch ein Solo für zwei junge Sängerinnen aus dem Ensemble des münsterischen Domchores. Meike Grüter und Tomke Niehaus trugen in Begleitung der „Neue Stiege Wald-Kapelle“ das Lied „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber vor – und die vielen Menschen in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche waren hingerissen. Dies drückte sich in lang anhaltendem Applaus, verbunden mit dem persönlichen Dank von Pfarrer Klemens Schneider, aus. Auch dies wird in den Erinnerungen an „300 Jahre St. Johannes-Bruderschaft“ haften bleiben.

 

Text: Westfälische Nachrichten/Ulrich Reismann, Fotos: Stephan Overbeck

  • Gast - Bickeböller

    Hallo,

    werden die Fotos vom Dia Abend auch nocht online gestellt für die Leute, die nciht anwesend sein konnten? Danke im Voraus!

  • Gast - Administrator

    Ja, die Fotos sind ab sofort unter www.diagruppe.de zu sehen.

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