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26.11.2015

Pfarrer Josef bittet Rumänienhilfe um Unterstützung / Not von Familien und älteren Menschen groß

Gelebte Solidarität seit 20 Jahren

2015 11 26 rumaenienhilfe kVor 20 Jahren, 1995 besuchten die Ehepaare Karl-Heinz und Hedwig Westphal sowie Klemens und Gertrud Rave den Neupriester Josef Girleanu anlässlich seiner Priesterweihe in Ostrumänien. In den weiteren Tagen wurden sie zu Besuchen in Kinderheimen und Familien eingeladen und lernten hierbei die dortigen sozialen Verhältnisse kennen. Daraus entwickelte sich später eine kleine hilfsbereite Gruppe, die mit weiteren Bekannten, besonders seit 1998 finanziell und über Sachleistungen Pfarrer Josef im Einsatz für hilfsbedürftige Familien, ältere Mitmenschen und Schüler unterstützt.

Im März dieses Jahres haben kräftige Helferinnen und Helfer der Rumänienhilfe St. Urban Ottmarsbocholt viele Bananenkartons mit Kleidung, sieben Fahrräder und einen Rollator, 19 Paar Skier für das Fortkommen im Winter, ausrangierte Tische, Stühle und Garderobe einer Kindergartengruppe aus Bösensell zum Weitertransport zu Pfarrer Lutum in Emsdetten gebracht. Er organisiert fast jeden Monat einen Transport nach Ostrumänien mit einem Sattelauflieger von 80 Kubikmetern Raum und nimmt die hier gesammelte Ware mit zu Pfarrer Josef.

Da Pfarrer Lutum finanziell nicht mehr so großzügig unterstützt wird wie vor Jahren, bat er nun um eine Kostenbeteiligung von 30 Euro pro Kubikmeter. Die Rumänienhilfe Ottmarsbocholt zahlte aus dem Spendenaufkommen und dem durch das „Deftige Winteressen" und den „Waffelstand" zu Karneval erwirtschaftetem Geld 850 Euro an Transportkosten. Einige Sachspender hatten aber auch gleich Transportgeld mitgegeben oder überwiesen. Nach Rücksprache mit Pfarrer Josef in Ostrumänien wollen die Ottmarsbocholter das Sammeln von Sachspenden einstellen und ihm das zur Verfügung stehende Geld komplett überweisen. Er könne dies besser einsetzen als weitere Sachspenden, teilt die Rumänienhilfe Ottmarsbocholt mit.

Aus einer Mail des Geistlichen gehe hervor, dass einige ältere Bedürftige wegen fehlenden Geldes oder wegen schwindender Hoffnung keinen Arzt mehr aufsuchen und früh sterben. Vermutlich auch ohne Hinweise in den Mails weiß der rumänische Pfarrer, dass schon in normalen Zeiten auch in der St. Urban-Gemeinde für viele unterschiedliche Organisationen Spendengelder gesammelt werden. Jetzt kommen zusätzlich viele Hilfsbedürftige mit den Flüchtlingsströmen aus dem Nahen Osten und Afrika hinzu.

In der Mail vom 28. September bittet Pfarrer Josef darum, dass die Ottmarsbocholter ihn dennoch mit ihrer Hilfe weiter unterstützen, damit er besonders dringend benötigte Medikamente, Nahrungsmittel und Brennholz für sozial schwache Familien - und wenn es geht, auch noch zur Unterstützung von Jugendlichen auf einer weiterführenden Schule - Geld erhält. In zwei Überweisungen konnte die Rumänienhilfe St. Urban in diesem Jahr 5000 Euro überweisen. Einen großen Transport und einen Satz Reifen finanzierten die Ottmarsbocholter zusätzlich mit 1050 Euro.

Allen Helfern bei den oben genannten Aktionen und allen Spendern mit kleineren oder größeren Beträgen oder Aufrufen bei Familienfeiern und Todesfällen wünschen Pfarrer Josef und das Orga-Team der Rumänienhilfe „alles Gute und Gottes Segen", so die Pressemitteilung.

Beim letzten Treffen des Orga-Teams haben die Mitglieder beschlossen, Pfarrer Josef und die kranken älteren Mitbürger und Schüler in seiner Gemeinde Oteleni weiter zu unterstützen. „Wir freuen uns, wenn wir jetzt wieder von der Bevölkerung bei der Gutschein-Aktion im EDEKA-Markt und in der St. Urban-Apotheke am Kirchplatz und im Büro Rave an der Dorfstraße oder direkt auf das Spendenkonto bei der Sparkasse Westmünsterland: IBAN DE 43 4015 4530 0035 8714 33 unterstützt würden", lautet die Mitteilung weiter.

Einige Kubikmeter Kleiderspenden werden in den nächsten Wochen zum Weitertransport nach Emsdetten gebracht. Der vor eineinhalb Jahren für einige Monate in der Ottmarsbocholter Pfarre eingesetzte rumänische Kaplan Florian hat über Georg Mann zur Rumänienhilfe Kontakt und holt für seine Heimat den überwiegenden Teil ab.


Kulinarisch helfen

An den letzten zwei Sonntagen im Januar setzen sich wieder viele freiwillige Helfer für diese gute Sache ein:

- Am 24. Januar (Sonntag) findet ab 11.30 Uhr im Pfarrheim das „Deftige Winteressen" mit Wurste- und Leberbrot, Pfannkuchen, Apfelmus und Prurks statt.

- Und am darauffolgenden Karnevalssonntag (31. Januar) steht die Gruppe an bekannter Stelle im Buswartehäuschen an der Horst zum Waffelbacken bereit. Alle Aktiven würden sich über einen regen Zuspruch freuen.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten