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So. , 21. Jul. 2019



Erfolgreiches Modell in Davertschule

Jahrgangsübergreifender Unterricht: „Teamwork“ statt Frontalunterricht

2014-03-15 davertschule kAus der Situation heraus entstanden, entpuppt sich der jahrgangsübergreifende Unterricht als alles andere denn eine Notlösung. Die Pädagoginnen ziehen eine erfolgreiche Bilanz. Es ist ruhig im Klassenraum. Alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen sitzen die Kinder an den Tischen und arbeiten konzentriert an ihren Aufgaben. Nur ab und zu holt jemand einen Hefter oder einen neuen Fragebogen aus dem Regal. Und fast scheint es so, als laufe der Unterricht ganz von alleine.

Lehrerin Susanne Robers ist nur selten gefragt. Zum Beispiel dann, wenn Philipp und Titus eine kniffliges Matheproblem auch mit vereinten Kräften nicht lösen können.

Nichts wirklich Außergewöhnliches fällt dem Besucher auf. Und dennoch ist die 1/2 a der Davertschule – ebenso wie die beiden Parallelklassen – eine Besonderheit in der Gemeinde Senden. Denn dort wird seit Beginn des Schuljahres das jahrgangsübergreifende Lernen von Erst- und Zweitklässlern praktiziert. Eine Unterrichtsform, die sich nach Eindruck der Klassenlehrerinnen Susanne Robers, Barbara Henning und Margarete Plankermann im Schulalltag bewährt. Und zwar aus triftigen pädagogischen Gründen.
„Die Schüler helfen sich gegenseitig: die Großen den Kleinen. Manchmal ist es aber auch umgekehrt“, sagt Susanne Robers. Damit spricht die Lehrerin gleich zwei wesentliche Effekte der neuen Unterrichtsform an: Wissensvermittlung und soziales Lernen gehen Hand in Hand gehen. Ferner tritt an die Stelle des Frontalunterrichts „Teamwork“ in den Vordergrund – das Prinzip des Miteinander-und-voneinander-Lernens.
„Wir waren schon vor diesem Schuljahr auf dem Weg zur individuellen Differenzierung im Unterricht“, betont Schulleiterin Angelika Trillsch. Die Anmeldezahlen Anfang 2013 hätten diesen Prozess allerdings beschleunigt. Denn mit 29 i-Männchen hätte nur eine einzelne Eingangsklasse gebildet werden können. Und auch die 29 Kinder des zweiten Jahrgangs hätten in einer einzigen großen Klasse unterrichtet werden müssen. Somit hatte der jahrgangsübergreifende Unterricht auch einen ganz praktischen Vorteil für die Lernatmosphäre: Es konnten drei kleine Klassen mit 20 beziehungsweise 19 Kindern gebildet werden.
Der jahrgangsübergreifenden Unterricht hat nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Klassenlehrerinnen und Fachlehrerin Ilka Lülf (Mathe und Englisch) eine Menge verändert: „Es musste ein Konzept entwickelt werden, das ständig evaluiert wird. Auch wir lernen neu aus den gemachten Erfahrungen und beziehen sie dann wieder in unsere Arbeit ein“, erläutert Margarete Plankermann, dass der jahrgangsübergreifende Unterricht kontinuierlich optimiert wird. Ein besonderes Augenmerk legen die Lehrerinnen in ihren regelmäßigen Teamgesprächen darauf, dass Lernfortschritte der Kinder und die Unterrichtsmethodik in allen drei Klassen parallel laufen.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten / Siegmar Syffus

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