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Mo. , 01. Mrz. 2021



Sammlung von Altkleidern

Erlös kommt Kolping-Arbeit und Projekten zugute

2021 02 08 kolping altkleider kJeder Einwohner in Deutschland verbraucht jährlich im Durchschnitt 22 Kilogramm Kleidung und Textilien, 70 Prozent davon werden über Altkleidercontainer und Straßensammlungen der Wiederverwendung zugeführt. Das sagt die Statistik. Um dieses Recycling vor Ort zu fördern, hatte die Ottmarsbocholter Kolpingsfamilie im Jahre 2012 am Raiffeisenmarkt einen Sammelcontainer aufgestellt.

Den Bürgern wurde auf diese Weise eine vollkommen flexible Möglichkeit gegeben, ihre Alttextilien jederzeit umweltfreundlich zu entsorgen. Und dieses Angebot – für dessen Zwischenlagerung sich gerade eine Neuerung ergeben hat – wird rege genutzt. „Der Container ist jede Woche voll“, freut sich Heinrich Volle, der das Projekt seinerzeit gemeinsam mit Felix Möller ans Laufen gebracht hat. „Im Schnitt kommen jedes Jahr zehn Tonnen zusammen“.

In dieser stattlichen Menge ist die Venne mit eingerechnet, wo seit 2014 ebenfalls einer der orangefarbenen Sammelcontainer steht. Und der wird offensichtlich auch von Durchfahrenden frequentiert, denn: „Seitdem die Kanalbrücke gesperrt ist, wird weniger reingeworfen“, haben die Kolping-Aktiven festgestellt, zu denen neben den beiden Männern der ersten Stunde inzwischen auch Berni Suttrup und Alfons Rave sowie Klaus-Martin Vorspohl zählen. Bei ihren regelmäßigen Leerungen finden sie immer wieder mal auch Dinge, die dort gar nichts zu suchen haben.

Elektroschrott sei da ein leidiges Thema. Solche Zeitgenossen machten sich dabei die große Klappe der Container zunutze, weiß Heinrich Volle aus Erfahrung. Darüber hinaus werde auch „viel dreckiges Material“ eingeworfen, wobei er sich als erstes an die ranzigen und überhaupt nicht mehr zu gebrauchenden Pferdedecken erinnert, für die ein Unhold offensichtlich die für ihn bequemste Art der Entsorgung suchte. Wenigstens bleibt die Kolpingsfamilie nicht auf solchem Unrat hängen. „Wir dürfen dafür den Restmüllcontainer der Gemeinde benutzen“, beschreibt Volle die Vorgehensweise.

Zusätzliche Arbeit hat sein Team auch dann, wenn Bürger nicht die original Kolping-Tüten verwenden, die im „Nah und gut“-Markt, bei „my store“ und an den Geldinstituten ausliegen, weil andere Tüten oftmals zu dünn sind und deshalb nicht über die erforderliche Reißfestigkeit verfügen. „Schlimm“ seien insbesondere die gelben Säcke. „Die halten gar nichts“ und gingen sehr schnell kaputt, mit der Folge, dass Bekleidungsstücke, Bett- und Haushaltswäsche oder Schuhe herausquellen. Und von den Helfern dann aufwendig neu verpackt werden müssen.

Der Erlös der Alttextilien unterstützt die Arbeit der Kolpingsfamilie vor Ort und kommt wechselnden sozialen Projekten zu Gute.

 

Doppeltes Umladen entfällt

Für die ehrenamtlichen Helfer der Kolpingsfamilie gibt es nun ganz aktuell eine echte Arbeitserleichterung. Die aus den beiden Containern kommenden Säcke müssen vor Ort zwischengelagert werden, bis eine für eine Lkw-Abholung ausreichend große Menge zusammengekommen ist. Als solch ein Depot diente bis dato eine auf der Horst angemietete Garage, die aber das Manko einer sehr engen Zufahrt hatte und deshalb von der Spedition nicht direkt angefahren werden konnte – was eine „doppelte Umladung“ erforderlich machte und somit sehr arbeitsintensiv war.

Als die Kirchengemeinde an der Urbanstraße eine neue Garage aufstellen wollte, um Ersatz für im alten St. Georg-Gebäude weggefallenen Lagerraum (für die Krippe, Fahnenhalterungen und die Kirchenchor-Bühne) zu bekommen, witterte Heinrich Volle die Chance für ein Ende der Mühsal.

„Macht doch sofort zwei Garagen“, lautete seine Initiative, die von Josef Rave und Pfarrer Schneider im Kirchenvorstand wohlwollend aufgegriffen und dann unter viel Eigenleistung vom Kolping realisiert wurde. Am Samstag gab es nun die Premiere: Der von der in Fulda ansässigen Kolping Recycling GmbH gecharterte Lkw konnte ungehindert vorfahren – umständliche Zwischenlösungen beim Beladen gehören nun der Vergangenheit an. Auch die bei der am Samstag durchgeführten Straßensammlung zusammengekommenen Textilien sind nun auf dem Weg in einen niederländischen Sortierbetrieb.

Quelle: Westfälische Nachrichten / Ulrich Reismann