Baustelle am Melkpättken

Rückhaltebecken schützt Bäche und Gräben vor Regenflut

2020 10 29 regenrueckhaltebeckenIn früheren Zeiten wanderten die Kötter vom Broholt zu ihren kleinen Weideflächen in der Davert. Dort melkten sie ihre Kühe und zogen dann mit gefüllten Kannen über das Melkpättken zurück ins Dorf. Längst wird der Pfad anders genutzt. Er ist bei Spaziergängern, Joggern und Radfahrern sehr beliebt. Denn hier kann man ausspannen und Ruhe tanken.

Damit ist vorübergehend Schluss. Denn direkt hinter der Wohnbebauung am Broholt hat soeben der Bagger das Regiment übernommen. Er schaufelt im Auftrag der Gemeinde in den kommenden Wochen ein circa 1,80 Meter tiefes Regenrückhaltebecken aus.

 

Bei der Erschließung neuer Wohngebiete ist es seit Jahren schon Standard, Regenrückhaltevorrichtungen anzulegen. Ihre Funktion besteht darin, Gräben, Bäche und Flüsse (Vorfluter) bei starken Regenfällen vor Überschwemmung zu schützen. Das war früher anders: Regenwasser wurde direkt in die Vorfluter geleitet, die dann bei hohen Niederschlagsmengen überlastet wurden. Um dies zu vermeiden, wird für die älteren Wohngebiete am Davertweg und am Holzfeld jetzt das rund 1200 Quadratmeter große Rückhaltebecken am Melkpättken angelegt. Nach Auskunft der Gemeinde Senden kann es bis zu 820 Kubikmeter Wasser fassen – das entspricht der Füllmenge von etwa 7000 Badewannen. Die Baukosten belaufen sich auf rund 150 000 Euro. „Wenn‘s gut funktioniert und die Witterung so bleibt, sollten die Arbeiten bis Mitte Dezember fertig sein“, berichtet Erwin Oberhaus von der Sendener Bauverwaltung auf Anfrage. Das Melkpättken wird nach Abschluss der Bauarbeiten um das naturnah angelegte Rückhaltebecken herum geführt.