Gertrud und Klemens Rave feiern Goldhochzeit

Der Zufall half dem Eheglück

2020 10 19 rave k50 Jahre gehen Gertrud und Klemens Rave schon gemeinsam durchs Leben. Dass sie sich überhaupt kennengelernt haben, liegt an einer Reihe von Zufällen. Gertrud Rave wurde 1951 in Duderstadl-Gerblingerode im Eichsfeld geboren. Da das Elternhaus nur etwa zwei Kilometer von der Zonengrenze entfernt stand, hat sie den immer weiter verstärkten Aufbau der Grenzanlagen beobachten können. Nach der Schule machte Gertrud in einem Wuppertaler Krankenhaus eine Ausbildung zur Krankenschwester. Eine Bekannte aus Davensberg nahm sie zu einer Geburtstagsfeier in deren Heimat mit, wo sie den 1946 geborenen Klemens Rave aus der Jungenclique aus Ottmarsbocholl kennen lernte. Und es "funkte".

Auf der Silberhochzeitsfeier von Max und Wilhelmine Rave am 17. Oktober 1970 wurde kirchlich geheiratet, 1971 und 1972 vervollständigten zwei gesunde Söhne die junge Familie.

Gemeinsam packte man im elterlichen Betrieb, Druckerei und Einzelhandel mit Schreibwaren und Büroartikeln, an. Klemens machte nebenbei die Meisterprüfung und übernahm danach den Betrieb. Besonders in Münster erreichte man neue, größere Kunden, erste Mitarbeiterinnen wurden zur Ausbildung angestellt, neue Maschinen folgten und schließlich das neue Geschäft- und Wohnhaus mit wesentlich größeren Flächen an der Dorfstraße.

Von 1969 bis 2011 war Klemens Rave auch in der Lokalpolitik aktiv. Anfangs für die UWG Ottmarsbocholt, die bei ihrem ersten Wahlantritt überraschend die Mehrheit holte und den Bürgermeister stellen musste und damit für ein politisches Beben in Ottmarsbocholt sorgte, ab der kommunalen Gebietsreform (1975) bis 1984 für die UWG im Sendener Gemeinderat, nach deren Auflösung für die CDU.
Kegel- und Doppelkopfabende und besonders die Fernradwanderungen der Kolpingsfamilie boten Abwechslung in der Freizeit . Ab 2000 engagierte sich Klemens Ravc selbst in der Organisation, woraus unter anderem die Partnerstädtetouren nach Jessen und Senden/Iller hervorgingen. Auch die Rumänienhilfe Ottmarsbocholt ist eng mit dem Ehepaar verbunden. „Das alles ging natürlich nur, weil meine Frau mir in der Druckerei den Rücken freihielt", betont Rave.

Reisen ist auch heute noch eine Passion des Jubelpaares: Fernreisen mit dem Wohnmobil ins Baltikum oder die Ukraine stehen auf dem Programm, wenn nicht gerade Corona einen Strich durch die Rechnung macht.
Doch generell gilt: „Wir sind froh und dankbar, dass wir in 70 Jahren Frieden in einer Demokratie und dann noch im Wirtschafts-Wunderland Deutschland relativ gesund und munter aufwachsen und älter werden durften, Chancen nutzen konnten, Risiken und Niederlagen sich im Rahmen hielten und Erfolge haben durften! Dies alles gelang uns nur mit der Unterstützung vieler Bekannter auf unterschiedlichsten Gebieten." 

Bericht + Foto: Andreas Krüskemper/WN