logo 2013 11 19 standard

Fr. , 04. Dez. 2020



Planung der Ortsumgehung „Wir fangen jetzt an“

2020 08 21 umgehungsstrasse2021 08 21 ortsumgehung vanriantenDer Startschuss zur Planung einer Ottmarsbocholter Ortsumgehung fällt zwei Tage vor der Kommunalwahl: Am 11. September soll im Beisein von Verkehrsminister Hendrik Wüst eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Land NRW, Kreis Coesfeld und Gemeinde Senden unterzeichnet werden, kündigte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr am Mittwoch bei einem Pressetermin an, zu dem der CDU Gemeindeverband Senden eingeladen hatte. Mit der Vereinbarung übertrage das Land – auf Wunsch der Gemeinde – die Vorplanung der Ortsumgehung (L 844) an den Kreis. Die entstehenden Kosten in Höhe von voraussichtlich rund 60 000 Euro rechne der Kreis „spitz“ mit der Gemeinde Senden ab. „Wer die Musik bestellt hat, muss sie auch bezahlen“, sagte Schulze Pellengahr.

Während die Sendener Rats-Opposition dem Vorhaben kritisch gegenübersteht, hat die CDU sowohl auf Kreis- als auch auf Landesebene die Hebel zur Verwirklichung der Entlastungsstraße in Bewegung gesetzt (WN berichten). „Wir fangen jetzt an“, freute sich daher der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Günter Mondwurf über die anstehende Vertragsunterzeichnung.

„Altbürgermeister“ Alfred Holz erinnerte daran, dass das Vorhaben 2005/2006 in die höchste Prioritätsstufe des Landesstraßen-Entwicklungsplanes gelangt war. Trotz der in der Folgezeit bereits fortgeschrittenen Planung und vorliegender Gutachten sei das Projekt nach dem Wechsel zur rot-grünen Landesregierung zurückgestuft worden. „Wäre das Verfahren damals weiter gelaufen, würde die Ortsumgehung wahrscheinlich schon stehen“, sagte Holz.

„Wir haben jetzt die Chance, das Projekt ins Ziel zu bringen“, betonte Dietmar Panske . Mit Blick auf die neue Autobahnanbindung und den Hansa-Business-Park verwies der CDU-Landtagsabgeordnete auf das in den vergangenen Jahren weiter gestiegene Verkehrsaufkommen.

Auch Rot-Grün habe den Bedarf der Umgehung anerkannt, aber Straßensanierungen höher bewertet als den Straßenneubau. Bezüglich des Artenschutzes und der Landwirtschaft zeigte Panske sich zuversichtlich, dass „ein vernünftiger Kompromiss“ gefunden werden kann.

Mit der Zusammenarbeit zwischen Land, Kreis Coesfeld und Gemeinde Senden sei eine „gute Lösung“ gefunden worden, betonte Sebastian Täger. „Wir können den Ortskern attraktiver gestalten, wenn wir den überörtlichen Verkehr heraushalten“, führte der Bürgermeister aus und erinnerte auch an den Maut-Ausweichverkehr durch Schwerlaster.

Die Ortsumgehung bringe der Bevölkerung einen „exorbitant hohen Kosten-Nutzen-Effekt“, betonte Ratsherr und Verkehrsexperte Prof. Martin Lühder. Entscheidend sei es, die Planung jetzt zügig auf den Weg zu bringen. Diese Einschätzung bestätigte Dietmar Panske: „Wir konnten in der Vergangenheit für NRW zur Verfügung stehende Mittel des Bundes nicht ausschöpfen, weil wir nicht genügend baureife Projekte hatten.“

Die Umgehung fördere die Lebensqualität im Dorf, so Patrick Alfs und Roland Wieging von der CDU-Ortsunion. Wichtig sei es, „die Bevölkerung ins Boot zu holen“, um gemeinsam zu überlegen, wie der Ortskern positiv entwickelt werden kann.

 

Mehr zum Thema "Ortsumgehung" finden Sie hier!