Seuchen, Sturm und Feuer: Die "Chronik des Grauens" aus Ottmarsbocholt

Wie Menschen vor 100 Jahren mit Katastrophen umgingen

kirche und leben bild1k„Chronik der Grausamkeiten“ oder „Chronik über Tod und Elend“ – so könnte die Pfarrchronik der Gemeinde St. Urban im münsterländischen Ottmarsbocholt betitelt werden. Klemens Rave vom Heimatverein kennt die Geschichte des Dorfs genau und hat die alten Aufzeichnungen eingehend studiert.

„Es gab ständig Rückschläge im Leben unserer Vorfahren“, sagt Rave. Mit der Heimatgeschichte und den kirchlichen Traditionen ist er groß geworden.
„Sechs Generationen meiner Vorfahren waren durchgängig Küster an der St.-Urban-Kirche“, sagt Rave.

Corona-Krise überfordert viele Menschen

Der Heimatforscher weiß um die Not der Menschen vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte und meint, dass die heutige Corona-Krise viele Menschen überfordere. „Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass es nicht nur gute Zeiten gab. Heute haben wir einen Sozialstaat und umfassende Krankenversorgung. Das alles mussten unsere Vorfahren nach langen Entbehrungen erst mühsam aufbauen.“

Rave nennt die „rote Ruhr“, eine Entzündung des Dickdarms, die zum Tod führen konnte, und im 19. Jahrhundert im Ort grassierte, Hungersnöte nach schlechten Ernten und Belagerungen während Soldaten. Dies alles ist in Ottmarsbocholt gut dokumentiert.

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