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Fr. , 29. Mai 2020



Diana Hülsmeier leitet die Davertschule

Einst Schülerin – jetzt Rektorin

2020 05 07 neue rektorin kDas Stetige im Berufsleben von Diana Hülsmeier ist der Wandel. Zwar blieb sie ihrer Tätigkeit und Berufung treu, doch wechselte sie nicht gerade selten den Standort, an dem sie diese ausübte. Dieses Nomadentum in pädagogischer Mission hat nun jedoch ein Ende gefunden. Die 46-Jährige ist endlich angekommen. Angekommen, wo sie selbst gestartet ist. Denn die neue Schulleiterin der Davertschule hat dort einst die Schulbank gedrückt.

Das war von 1980 bis 1984. So dass die Rektorin die kommenden i-Männchen nach den Sommerferien mit dem Spruch begrüßen kann: „Ihr werdet heute eingeschult, wo ich vor 40 Jahren eingeschult worden bin.“ Dass sie selbst immer gerne zur Schule gegangen ist – ihre damalige Klassenlehrerin Gisela Pelz ist der Davertschule bis heute durch ehrenamtliches Engagement verbunden – , versteht sich fast von selbst. Denn schon als Grundschülerin entstand bei dem Spross aus Otti-Botti der Berufswunsch, Lehrerin zu werden.

Was die Pädagogin, die als Single in Münsters Südviertel wohnt, an dieser Aufgabe so fasziniert, vermag sie kaum zu erklären. „Das kann ich selbst nicht sagen“, räumt Hülsmeier ein. Doch das Engagement für Kinder und auch fürs Gemeinwesen zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Vita: Schon als Schülerin half sie bei der Hausaufgabenbetreuung mit, setzte sich als Übungsleiterin (mit Schein) bei BWO ein, war als Teamerin bei Ferienlagern mit von der Partie.

Weiter Horizont in der Grundschullandschaft

Dem Mikrokosmos Schule/Bildungssystem bleibt sie treu, erlebt ihn aber an vielen Orten und in ganz unterschiedlichen Ausprägungen: Nach Marienschule beziehungsweise Paulinum in Münster folgt das Studium der Primarstufe an der WWU. Das Referendariat führt die Absolventin nach Arnsberg, danach kehrt sie NRW den Rücken, weil dort keine Lehrer eingestellt werden. Hülsmeier heuert 2001 in Hessen an, widmet sechs Jahre lang Kraft und Kompetenz ihren Schülern im Frankfurter Gallus-Quartier – damals ein Brennpunkt-Viertel. Förderunterricht in Deutsch und PC-Unterricht gehören in einem Projekt, das sie bald leitet, zu ihren Aufgaben. Zurück in NRW, findet sie 2006 in Moers als Konrektorin eine berufliche Heimat an einer Schule, die unter anderem durch gelebte Inklusion – „das funktioniert definitiv“, so Hülsmeier, die aber auch die Notwendigkeit von Förderschulen unterstreicht – geprägt ist. Ab 2013 ist die Pädagogin aus dem Münsterland als Konrektorin an zwei Schulen in Köln tätig. Die rheinische Metropole verlässt die stellvertretende Schulleiterin, um 2017 die Aufgabe der Rektorin an der Kreuzschule in Münster zu übernehmen.

Sie habe lange überlegt, sich auf die vakante Stelle in Ottmarsbocholt zu bewerben. „Ich bin ein Dorfkind geblieben“, sagt Hülsmeier. Allerdings wäre sie vom Kreuzviertel nicht in jedes Kirchspiel auf dem Land gewechselt. „Ottmarsbocholt ist ein besonderes Dorf“, betont die frischgebackene Schulleiterin, die am 20. April ihr Amt angetreten hat und sich jetzt freut, wenn der Schulbetrieb langsam wieder startet.

Zu den Besonderheiten in Otti-Botti zählt Hülsmeier neben einem „großartigen Kollegium“ die Tatsache, dass „man darauf bauen kann, dass sich die Eltern einbringen – das macht Ottmarsbocholt aus“.

Als Pädagogin, die einen breiten Horizont und Erfahrungsschatz einbringt, wurde die 46-Jährige am Mittwoch von Bürgermeister Sebastian Täger sowie Klaus Gilleßen und Astrid Balke als Vertreter des Schulträgers begrüßt. Sie dankten Hülsmeier nicht nur dafür, sich für Ottmarsbocholt entschieden zu haben, sondern auch Annette Stähler, die als Rektorin der Marienschule kommissarisch auch die Leitung der Davertschule übernommen und sich dabei „voll reingekniet“ hatte.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten / Dietrich Harhues