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Di. , 18. Dez. 2018



Emmi Breier feiert ihren 95. Geburtstag

2018 03 14 emmi breier„Wer Emmi Breier nicht kennt, hat nicht gelebt“, heißt es im Kreis der Familie, Nachbarn und Bekannten. „Tante Emmi“, wie sie liebevoll genannt wird, heißt mit bürgerlichem Namen Emma Breier. Sie wohnt in einem hübschen Einfamilienhaus in der Wiesenstraße, gleich vorne an, und feiert am heutigen Mittwoch ihren 95. Geburtstag. Zu ihrem großen Bedauern kann sie das Haus nicht mehr alleine verlassen. Es sei denn, gemeinsam mit der freundlichen polnischen Betreuerin, die mit ihr im Haus wohnt und lebt, „Tante Emmi“ betüdelt und versorgt. Denn die liebenswürdige alte Dame ist fast völlig erblindet.
Sie ist dennoch nicht unzufrieden. „Ich brauche zwar kein Fernsehen und kann auch nicht mehr lesen, doch die Musik ist mir geblieben. Musik und unendlich viele Erinnerungen an früher“, sagt sie lächelnd.

 Früher, ja da war sie als „Tante Emmi“ der Liebling aller Kinder. Sie organisierte Ferienlager, hat den heute immer noch stattfindenen Senioren-Nachmittag ins Leben gerufen, betreute die örtliche Poststelle und war mit jedermann gut Freund. Vor allem mit dem mittlerweile verstorbenen Pfarrer Norbert Ramers. Dem war sie über 40 Jahre eine treue Haushälterin. In seiner aktiven Zeit als Pfarrer wohnten beide im alten Pastorat zunächst an der Dorfstraße, später dann im neuen Pastorat am Davertwerg. Nach seiner Pensionierung zogen sie dann in das Haus in der Wiesenstraße, dass Emmi Breier in den 50er Jahren mit ihrem verstorbenen Ehemann gebaut hat.

Trotz des hohen Alters und ihres Handicaps ist sie eines immer noch: freundlich fröhlich. Spricht nur in höchster Achtung von ihrem Bruder und ihren vier Neffen, die nicht nur das Haus in Schuss halten, sondern auch den weitläufigen gepflegten Garten drum herum. „Klar, dass ich mich an meinem Geburtstag über deren Besuch besonders freue“, betont Emmi Breier und hebt lauschend den Kopf mit dem schön gepflegten weißen Haar. Denn von draußen zwitschert eine Amsel. Und – wie gesagt: Musik ist ihr Leben in Blindheit geworden.

 

Bericht + Foto: Dieter Klein/Westfälische Nachrichten

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