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Di. , 21. Nov. 2017



Norbert Ramers feiert sein Priesterjubiläum / Als langjähriger Pfarrer in Ottmarsbocholt viel bewegt

Seelsorger mit Herz und Tatkraft

2015 12 18 ramersAls jemand, der viel bewegt, viel geleistet und viel gebaut hat, ist Norbert Ramers fest in den Köpfen der Ottmarsbocholter verankert. An diesem Wochenende feiert der Pfarrer im Ruhestand sein 60. Priesterjubiläum und blickt zugleich auf ein sehr bewegtes und langes Leben zurück.

Ob er sich vorstellen könnte, einmal Priester zu werden, hatte man ihn schon in jungen Jahren gefragt, als er aktiver Messdiener in seiner Heimat Lünen war. Dennoch schlug er inmitten der NS-Zeit zunächst erstmal einen anderen Weg ein und begann eine Lehre als Bankkaufmann, bis er schließlich in Russland als Soldat in den Krieg ziehen musste.

Bis auf die Stunde genau erinnert er sich noch an den Moment, als er im April 1945 in Kriegsgefangenschaft kam. Als er nach über drei Jahren entlassen wurde „da war ich erst 28 Jahre und doch war ich kaputt" erinnert er sich auch noch 67 Jahre danach. Und doch oder gerade in der darauffolgenden Zeit fand er für sich den Entschluss, Theologie studieren zu wollen, um Priester zu werden. Begleitet wurde er in dieser Zeit durch einen Kaplan, der ebenfalls als Soldat im Krieg gewesen war. Nach dem fünfjährigen Theoloeiestudium wurde er schließlich vor 60 Jahren, am 17. Dezember 1955, zum Priester geweiht. Mit ihm empfingen noch weitere 47 junge Männer das Sakrament der Weihe, unter ihnen auch Norbert Brockhinke, der später sein Nachfolger in der Ottmarsbocholter Pfarrgemeinde wurde.

Doch Ottmarsbocholt war ihm zu dieser Zeit noch völlig fremd. Als er sich jedoch nach seiner zweijährigen Ka-planszeit in Rheine mit dem Auto auf den Weg nach Herbern begab, hielt er zum ersten Mal in der Venne und Ottmarsbocholt an. Es folgten noch weitere vier Jahre als Kaplan in Herbern und weitere vier Jahre als Kanlan
in Warendorf, bis er im Juli 1966 Pfarrer in Ottmarsbocholt wurde.

Mit einem Schmunzeln erinnert sich Norbert Ramers, „dass die Dachziegel vom Kirchturm mir fast schon zur Begrüßung vor die Füße fielen". Damit tat sich das erste Bauprojekt des liebevoll als „Baupastor" umschriebenen Pfarrers alsbald auf, denn die Kirche musste von außen und innen renoviert werden.

Neben den absolut notwendigen Renovierungen, wurde zugleich die Gelegenheit genutzt den Altar im Sinne der Mahlgemeinschaft und im Zeichen des Zweiten Vatikanischen Konzils nach vorne zu verlegen. Bald schlössen sich auch die nächsten großen Bauprojekte an, die bis heute das Ortsbild und Gemeindeleben von Ottmarsbocholt prägen.

Er selbst fasst es in schlichten Worten zusammen „Ich habe drei Häuser gebaut: zunächst den Kindergarten, dann das Pfarrhaus und schließlich das Pfarrheim". Wegbegleiter erinnern sich, dass er die Baumaßnahmen maßgeblich geleitet und immer viel gearbeitet hat. Doch dies ist nur eine Facette, zugleich war er auch engagierter Seelsorger, Religionslehrer, Aktiver in der Jugendarbeit, Präses für Vereine wie die Landjugend oder die Frauengemeinschaft und aktiver Mitbürger.

„Ottmarsbocholt ist ein Ort, an dem ich mich schnell wohlgefühlt und wo ich meine Zufriedenheit gefunden habe", resümiert der 95-jährige Jubilar. Nach 21 Jahren beendete er 1987 seinen Dienst als aktiver Priester der Gemeinde und blieb zugleich in Ottmarsbocholt wohnend seiner Wahlheimat treu. Seit 1973 führt er mit seiner Haushälterin Emmi Breier eine Haushaltsgemeinschaft, in der sie sich seit 42 Jahren bis dato sehr gut ergänzen. Als letzte offizielle Station seines Priesterdienstes nahm er bis 1991 das Amt des Diözesanpräses beim Bund der St. Sebastianus-Schützenjugend an. Weitere 20 Jahre folgten, in denen er als emeritierter Priester gelegentlich Messen in Ottmarsbocholt hielt. Insbesondere in den vergangenen Jahren nutze er immer mehr Zeit zum Lesen, verrät er mit Blick auf seine überaus gefüllte Bücherwand.

Nun jedoch steht er mit seinem besonderen Jubiläum im Mittelpunkt.


Feierliches Hochamt

Das Hochamt am Sonntag (20. Dezember), um 10.30 Uhr wird im Zeichen des diamantenen Priesterjubiläums gefeiert, das er zusammen mit Pfarrer Klemens Schneider, Ulrich Terlinden und Udolf Kruse zelebriert. Musikalisch wird diese Messe durch den Ottmarsbocholter Kirchenchor bereichert. Anschließend feiert er im Kreise seiner Verwandten, Nachbarn und Freunde seinen Ehrentag, auf den er sich freut und auch gespannt entgegen blickt.

 

Quelle: Westfälische Nachrichten