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Di. , 25. Apr. 2017



Seit 50 Jahren in der selben Wohnung:

„Kein Interesse am Hin und Her“

2007-07-16 frau meier k50 Mark und 17 Pfennige für eine 52,81 Quadratmeter große Wohnung: Das waren noch Zeiten! Damals, 1957, als Gisela Meier und ihr mittlerweile verstorbener Mann Karl-Heinz in das Fünf-Familienhaus Westerkamp 18 einzogen. 1,60 Mark Wassergeld kamen für das Ehepaar und die Töchter Heidelies und Gerda monatlich hinzu. „Ach, ja“, erinnert sich Gisela Meier, „1,50 Mark mussten wir für Beleuchtung zahlen.“

Vieles hat sich seither geändert. Die Ottmarsbocholterin ist jedoch ihrer KSG-Wohnung im Westerkamp 18 über 50 Jahre treu geblieben. Gestern überreichten Gisela Stattmann und Helmut Bontrup als Vertreter der Kreissiedlungsgesellschaft (KSG) Blumen und einen Scheck in Höhe der aktuellen Kaltmiete – mittlerweile 212 Euro.


Als Republikflüchtlinge kam das Ehepaar Meier Anfang der 1950er Jahre aus dem Kreis Güstrow über Berlin in den Westen. Zuerst in ein Lager bei Aurich, dann nach Bocholt und schließlich nach Ottmarsbocholt. „1956 haben wir zuerst ein Jahr lang bei Schulze Bölling im Spieker gelebt“, erinnert sich Gisela Meier, die 35 Jahre lang als Zustellerin für die WN tätig war. Ans Umziehen in eine andere Wohnung habe sie nie gedacht: „Das Hin und Her – nein, daran habe ich kein Interesse“, sagt die 79-Jährige und fügt hinzu: „Ich hab’ ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn und zank’ mit niemandem.“

„Dieses Jahr haben wir vier Mieter, die schon seit 50 Jahren in einer unserer 1400 Wohnungen leben“, berichtet Helmut Bontrup. Den Rekord halte ein Mann in Selm, der der KSG schon seit 55 Jahren verbunden ist.

Bericht: Sigmar Syffus, Westfälische Nachrichten