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Di. , 22. Mai 2018



28.05.2012

Thomas Hölscher feierte Heimatprimiz in St. Urban

Tor zur wahren Lebensfreude geöffnet 

2012-thomas-hoelscher-primiz kNachdem er vor sechs Wochen in Rom zum Priester geweiht wurde, feierte Thomas Hölscher am Pfingstsonntag Heimatprimiz in St. Urban.

Thomas Hölscher strahlte übers ganze Gesicht – fast die ganze Messe lang. Die Entscheidung Priester zu werden, welche er vor ungefähr 20 Jahren getroffen hatte, war und ist offensichtlich goldrichtig. Denn sie öffnete ihm das Tor zu wahrer Lebensfreude. Den Ausbildungsplatz als praktischer Betriebsinformatiker beim Melkmaschinenhersteller Westfalia Separator hatte der Landwirtssohn aus der Oberbauerschaft schon in der Tasche. Doch angetreten hat er die Stelle nie. Am Pfingstsonntag feierte der vor sechs Wochen in Rom zum Priester geweihte Ottmarsbocholter in der St.-Urbankirche seine Heimatprimiz.

Als die Frage der Berufswahl zu klären war, spürte Thomas Hölscher nach eigenem Bekunden zum ersten Mal den Ruf Gottes. Die Fähigkeit dafür, diese Stimme überhaupt „akustisch" hören zu können, hat er im Elternhaus gelernt. Dass er in dieser Stimme dann immer mehr Vertrauen fand und ihr schließlich auf dem Weg ins Priesterseminar nach Münster folgte, war das Ergebnis einer Konfrontation mit Tod und Trauer, welche der frischgebackene Abiturient im Rahmen seines Zivildienstes im Lüdinghauser St.-Antonius-Altenheim durchmachte.

Gleichzeitig hörte er weitere Rufe Gottes, wieder neu aufzubrechen. Dabei entdeckte er den missionarischen Orden von Verbum Dei, der für ihn dann zum Lebensinhalt wurde und als letzten großen Schritt am 15. April 2012 die Priesterweihe in Rom (WN berichteten), wo er seit über sechs Jahren lebt, nach sich zog.

Der 38-Jährige, der von vielen Menschen erheblich jünger eingeschätzt wird, feierte in Ottmarsbocholt seinen ersten Gottesdienst auf deutschem Boden und den zweiten in deutscher Sprache. Sonst war bislang immer Italienisch angesagt gewesen.

An der Primiz nahmen auch die früheren Ottmarsbocholter Pfarrer Norbert Ramers (bis 1987) und Norbert Brockhinke (bis 1992) teil. Die Messdienerzeit in diesen Jahren hatte auch Einfluss auf die Weichenstellungen für den Lebensweg von Thomas Hölscher genommen. Weiter war der ehemalige Pastor der Gemeinde Bottrop–Kirchhellen, Pfarrer Fögeling, in die Zelebration eingebunden. Die Eltern des Neupriesters hatten dort früher gewohnt, bevor sie als Bergbau-Verdrängte nach Ottmarsbocholt zogen.

Ein ranghoher Patriarch war aus dem Vatikan mit nach Ottmarsbocholt angereist: Pater Filipe ist Generaloberer der Missionare von Verbum Dei – und Thomas Hölscher seine rechte Hand. Auch nach der Priesterweihe wird er sein Sekretär bleiben.

Die Oberin von Verbum Dei in der Venne, Schwester Isabell, hob „die gute Schule" hervor, die er in der Familie, in St. Urban und in ihrem Orden gehabt habe, weil die es erst ermöglicht hätten, „deine Berufung zu entdecken". Mit Thomas Hölscher gibt es bei Verbum Dei nun ein Novum: Der weltweit tätige Orden hat den ersten deutschen Priester.

 

Bericht u. Foto: Ulrich Reismann