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02.07.2009

Hubert Becker feiert 75. Geburtstag

Vater musste fürs erste Tauben-Pärchen hart arbeiten

2009-hubert-becker-75 k„Tauben haben mein Leben geprägt. Ich sehe sie so gerne fliegen. Es ist ein so schönes Bild, wenn sie in den Schlag zurückkehren", schwärmt Hubert Becker, der heute (13. Juli) seinen 75. Geburtstag feiert...

„Tauben haben mein Leben geprägt. Ich sehe sie so gerne fliegen. Es ist ein so schönes Bild, wenn sie in den Schlag zurückkehren", schwärmt Hubert Becker, der heute (13. Juli) 75. Geburtstag feiert. Seit 70 Jahren züchtet beziehungsweise hält der Ottmarsbocholter Tauben. Und das ist für ihn weit mehr als nur ein Hobby - es ist eine wahre Passion. Und für sie setzt er sich auch ehrenamtlich ein. So ist Hubert Becker seit 38 Jahren Schriftführer des Brieftaubliebhabervereins „Vereinte Freunde" Ottmarsbocholt und seit 33 Jahren Geschäftsführer der Reisevereinigung Lüdinghausen. Heute besitzt der Ottmarsbocholter 25 Taubenpärchen und 50 Jungtauben.

Doch all das ist vor 70 Jahren ganz klein angefangen - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Als Beckers Großvater 1939 starb, tötete der Vater dessen Tauben. „Er mochte sie nicht", erinnert sich der heutige Altersjubilar. „Ich war traurig und beruhigte mich auch nicht. Schließlich hat mir mein Vater ein Pärchen geschenkt, um mich zu trösten. Zweieinhalb Stunden musste er beim Grafen Vischering dafür arbeiten. Denn das Taubenpärchen kostete eine Mark. und mein Vater verdiente 40 Pfennig in der Stunde", erinnert sich der Tierfreund an dieses prägende Ereignis aus seinen Kindheitstagen.

Von da an hielt der Tierfreund seinen Tauben die Treue. 1950 schenkte ihm sein Bruder vier Brieftauben-Pärchen. Und Becker begann, sich mit seinen Tieren am Taubensport zu beteiligen. Doch Erfolge in diesem Bereich waren ihm nicht wesentlich. „Ich freue mich zwar, wenn Tauben im Reisegeschehen Preise holen. Mein Augenmerk liegt jedoch auf der Schönheit der Tauben", betont Becker, der mit seinen Tieren schon auf zahlreichen Ausstellungen erfolgreich war. Bedauerlich ist für ihn, „dass der Taubensport kaum Nachwuchs hat. Rund 70 Prozent der Mitglieder sind 70 Jahre oder älter". Das Hobby nehme viel Zeit in Anspruch und binde den Taubenfreund. „Man muss jeden Morgen und Abend pünktlich füttern." Zwei Jahre lang musste Hubert Becker aus beruflichen Gründen auf sein Hobby verzichten. Und das war eine recht traurige Zeit für ihn „Das Gurren hat mir richtig gefehlt", sagt der Rentner.

Auch wenn der Taubensport Beckers große Leidenschaft ist, so hat sich der 75-Jähre doch auch in vielen anderen Bereichen ehrenamtlich engagiert: Er ist mit dem Schützenverein und der Kolpingsfamilie verbunden. Elf Jahre lang war er im Pfarrgemeinderat von St. Urban tätig. Seit 30 Jahren ist er Mitglied des Missionsausschusses und arbeitete lange Zeit im Verkauf des Eine-Welt-Standes mit.

Und was wünscht sich Hubert Becker zu seinem 75. Geburtstag? Wie könnte es anders sein: Ich hoffe, dass meine Gesundheit noch 20 Jahre anhält und ich die Tauben selbst versorgen kann und noch lange fliegen sehe."

Bericht u. Foto: Sigmar Syffus