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Do. , 18. Okt. 2018



11.12.2012

Otto Siemann hat alte Dorfschule für sein Krippe nachgebaut

Ottmarsbocholt am Stall zu Bethlehem

2012-otto-siemann-krippe kGlaube und Heimatverbundenheit verbindet Otto Siemann in seiner selbst gebauten Krippe: Er hat die Ottmarsbocholter Sehenswürdigkeiten um den Stall von Bethlehem gruppiert.

Hunderte Ottmarsbocholter Kinder haben hier den berühmten „Ernst des Lebens“ kennen gelernt – dann wurde sie abgerissen. Und nun ist sie wieder da. Die alte Ottmarsbocholter Schule, die früher auf dem Kirchplatz stand, ist das neueste Prunkstück in der Krippenlandschaft von Otto Siemann.

Alte Fotos, die im Spieker hängen, inspirierten den 80-Jährigen, dessen Wintergarten in der Advents- und Weihnachtszeit eine Winterlandschaft mit reichlich Lokalkolorit schmückt.

Um den Stall mit der Heiligen Familie gruppieren sich mit Mühle, Spieker, Backhaus und Kirche die heimischen Wahrzeichen. Alle sind in liebevoller Kleinstarbeit im Siemannschen Bastelkeller entstanden, genau wie das Schulhaus, das den Ottmarsbocholter etwa 200 Stunden Arbeit gekostet hat. Bei der Innenausstattung gönnte sich Siemann mangels historischer Bilder einige künstlerische Freiheit. Vier voll möblierte Klassenräume mit Tafeln und Bänken und eine fast nobel wirkende Freitreppe zieren den Modellbau, der fast einen Meter hoch ist. „Einmal musste ich meine Pläne sogar ändern. Mein Schwager Fritz Rüller war zu Besuch und hat mich auf das Glockentürmchen hingewiesen, das bei meinem Bau fehlte.“

Tatsächlich wurde das Originalgebäude, das etwa um die Jahrhundertwende entstanden ist, erst nach dem Krieg um das kleine Türmchen ergänzt, an dem Fritz Rüller, heute 90 Jahre alt, damals selbst mitgemauert hatte. Otto Siemann nahm den Hinweis dankbar auf: Ein dickes Tau, in Wirklichkeit nicht viel stärker als eine Paketschnur, verbindet den Eingang des Gebäudes mit der kleinen Glocke im Dach. „Voll funktionstüchtig“, bemerkt der Erbauer und tippt demonstrativ an das Glöckchen. „Wenn die geläutet wurde, war in Ottmarsbocholt ein Kind geboren worden“, erinnert er sich.

Wie schon in den vergangenen Jahren öffnen Agnes und Otto Siemann ihr Wohnzimmer in der Adventszeit für einige Gruppen. Die Leiterrunde der Seniorenstube, der Kindergarten oder die Landfrauen haben bereits Interesse bekundet. Übrigens auch die Organisatoren der Telgter Krippenausstellung, die Siemanns kleines „Ottmarsbocholt“ gerne einmal zeigen würden. Gemäß seiner bescheidenen Art sagte Siemann jedoch ab – die Krippe gehört schließlich ins Wohnzimmer.

 

Bericht u. Foto: Sandra de Jong