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So. , 25. Jun. 2017



„Dieser Orden gehört uns allen“

Bundesverdienstkreuz für Monika Dopp

2008-monika-dopp-bundesverdienstkreuz kSie opfert viel Zeit und Kraft und gar ein Stück weit sich selbst für die Nächsten – so sehen es viele Außenstehende. Monika Dopp selbst betrachtet es viel bescheidener. Ihr unermüdliches ehrenamtliches Engagement für Benachteiligte bezeichnete sie auch als Chance für sich selbst, als Bereicherung. Denn: „Im Ehrenamt bekommt man immer mehr zurück als man gibt", sagte die Ottmarsbocholterin, die am Dienstag im Rathaus mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet wurde.

Die hohe Würde als Bürde? Ulrich Terlinden, Pfarrer von St. Urban, sprach es unumwunden aus: „Um es klar zu sagen, wir tun Frau Dopp keinen Gefallen." Denn die Leiterin der Gemeindecaritas „steht nicht gerne im Mittelpunkt", wie sie selbst sagte.

Terlinden stellte die Frage: „Woher hat die Frau diese Kraft?" Die Antwort schickte der Pfarrer gleich hinterher: Sie schöpfe „aus der Quelle, die Christus ist". Damit sich Monika Dopp mit ihrem Mann Franz eine Verschnaufpause gönnen könne, überreichte der Pfarrer von St. Urban einen Restaurant Gutschein für das Jagdhaus Davert. Da das Lokal seinen Standort Amelsbüren bis zum Ende des Jahres aufgebe, „müssen Sie bis dahin da gewesen sein", forderte Terlinden das Ehepaar auf.

Dass der Freiraum für die Familie reduziert werde, sprach Landrat Konrad Püning an, der in seiner Laudatio auf die Ordensträgerin auch die Familie einbezog: „Mein Dank gilt auch jenen, die über all die Jahre dazu beigetragen haben, dass Sie sich so intensiv und vielfältig haben einbringen können."

Intensiv und vielfältig: Die Vita der ehrenamtlichen Aufgaben, die Püning vortrug, wollte nicht enden. Bei allem galt, dass die Hilfe still, leise und diskret geleistet wurde und wird. „Gute Taten machen selten Schlagzeilen", betonte daher Landrat Püning. Er unterstrich, dass das Gemeinwohl auf Menschen wie Monika Dopp angewiesen sei.

Dass die Leistung, ein Gemeinwesen lebenswerter zu gestalten, aber nur ein Werk vieler sein kann, betonte Monika Dopp in ihrem kurzen Schlusswort. „Diese Auszeichnung gehört nicht mir, sondern allen, die sich mit einsetzen." Die 71-Jährige, die vom Kirchenvorstand St. Urban für diese Auszeichnung vorgeschlagen worden war, schloss ihre Dankesworte mit dem Satz: „Nur zusammen sind wir stark."

Dass Dopp, die sich nicht nur in der Pfarrgemeinde engagiert, die Ehrung nicht ersehnt hat, wusste auch Monika Urkötter vom Sozialwerk St. Georg. Im Namen der Bewohner und der Beschäftigten von Haus Davert hob sie jedoch hervor, dass das Bundesverdienstkreuz eine angemessene Anerkennung sei: „Wenn es irgendjemand verdient hat, dann du."

Die musikalische Gestaltung der Feier oblag Lisa Bolz und Theresa Lötz.

 

WN Dietrich Harhues