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Do. , 18. Okt. 2018



21.03.2012

Schach spielen hält jung

Messerscharfer Verstand mit 100 Jahren 

2012-dr-josef-dahlmann kSeine Strategie, um geistig fit zu bleiben, geht auf: Dr. Joseph Dahlmann tritt bei Schachturnieren an und trainiert sich im Denksport. Der Weg zu seinem Mitspielern nach Münster – ebenfalls bisher kein Problem. Und das mit 100 Jahren.

Zug um Zug hält er sich jung. Seine Strategie, den Geist fit zu halten: Schach spielen. Das Resultat ist erstaunlich. Denn Dr. Joseph Dahlmann feiert heute seinen 100. Geburtstag. Dass er seinen Verstand messerscharf gehalten hat, merken Gesprächspartner sofort. Auch die Ergebnisse beim Wettstreit auf den 64 Feldern können sich noch sehen lassen.

Dahlmann mischt bei der Punktejagd jedenfalls noch kräftig mit. Gerade erst hat er beim Schachturnier im Hansahof den dritten Platz in seinem Starterfeld (Gruppe C) erreicht. Den Weg zur Aegidiistraße in Münster tritt er selbstständig an. Sein Motto: „Immer aktiv bleiben." Diese Devise setzt der nunmehr 100-Jährige nicht nur beim Denksport um. Wobei gilt, dass nicht nur die Manöver mit Dame, Bauer, Turm und Co. sein Interesse finden. Der Wahl-Ottmarsbocholter kloppt auch mit Freunden, Bekannten und Nachbarn Karten, gibt bei Doppelkopf oder Skat so schnell keinen Stich verloren. Ansonsten gehört seine Leidenschaft der Natur und dem eigenen Garten, den er mit Tochter Gisela pflegt.

Mit der Flora kennt er sich aus. Der gebürtige Recklinghäuser schloss ein Studium der Agrarwirtschaft ab und baute noch einen Doktor.

Die wissenschaftliche Laufbahn schlug er aber nicht ein. Vielmehr sattelte er im zweiten Bildungsweg um und wurde Lehrer. Eine feste Anstellung und regelmäßiges Gehalt genoss Dahlmann erst als 50-Jähriger, der vorher unter anderem in den Chemischen Werken Hüls gejobbt hat. Vor allem der Zweite Weltkrieg und drei Jahre im Lazarett haben seine Biographie beeinflusst.

1962 nahm Dahlmann den Volksschullehrer-Posten in Ottmarsbocholt an, zog mit seiner Frau Rosemarie ins Münsterland. „Hier habe ich mich immer wohlgefühlt."

Die Profession als Pauker war für ihn keine Notlösung, sondern eine Berufung. Von seinen einstigen Kollegen sagt Dahlmann: „Manche Lehrer arbeiten für den Schulrat, manche für die Kinder." Er hat seinen Schützlingen vertraut und ihnen etwas zugetraut. Er sei der weithin einzige gewesen, der Ausflüge bis nach Helgoland unternommen und bei der Schneeballschlacht mit geworfen hat. Sein Fazit: „Ich konnte mich auf meine Schüler verlassen."

 

WN (Diedrich Harhues)