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Do. , 21. Sept. 2017


Portrait Clemens Hagemann

cl hagemann kWer war Clemens Hagemann (1833 - 1892)

Seit  1975  gibt  es  in  Ottmarsbocholt  eine  Straße  namens  "ClemensHagemann-Straße".  Doch wer war dieser Clemens Hagemann,  dass man eine Straße nach ihm benennt?

Clemens Hagemann wurde am 9. März 1833 als eines von 8 Kindern des Vaters Georg Heinrich Hagemann und der Mutter Anna Maria Weppelmann im alten Haus Holle in Ottmarsbocholt geboren. Sein Vater war seit 1816 Lehrer an der Oberbauerschaftsschule.  Clemens Hagemann hat zunächst den Beruf des Schreiners erlernt, ehe es ihm im Jahr 1860 erlaubt wurde, seinem kranken Vater als Gehilfe und Lehrer zur Seite zu stehen. Nachdem er  1861 als kath.  Lehrer  nach Tromso (Norwegen)  gegangen war, kehrte er bereits ein Jahr später nach Deutschland zurück, um hier Theologie zu studieren. Nach seiner Priesterweihe im Jahr 1869 zog es ihn wieder nach Norwegen, wo er gleich 1870 stellvertrender Pfarrer  an der St.  Olafs-Kirche in Oslo wurde.  1873 übernahm er die Leitung der  Gemeindeschule. Unter seiner Regie wurde für Arme und Kranke eine ambulante Krankenpflege errichtet, die auch heute noch, trotz der großen Krankenanstalten, nötig ist.

Im Jahr  1878  wurde  er  Probst  für  die  nördlichen  Stationen  und  ließ  sich  in  einer  Wohnung  in Hammerfest/Norwegen nieder.  Mit viel  Eifer und durch Kollekten bei  seinen ausländischen Freunden gelang  ihm  der  Bau  einer  Kapelle  (Michaelskapelle)  mit  Glockenturm,  die  als  Flügel  an  die Pfarrwohnung angebaut und am 31. Oktober 1879 eingeweiht wurde.

Der  Grund  seiner  dann  folgenden  Reise  nach  Deutschland  war  es,  Ordensschwestern  für  die Krankenpflege  in  Hammerfest  zu  bekommen.  Diese  fand  er  bei  den  Elisabeth-Schwestern  in Neisse/Schlesien, die bereit waren, sich mit Herz und Hand im Dienste der Armen und Notleidenden im hohen Norden zu opfern. Sein weiterer Gedanke war es, dort ein Krankenhaus zu bauen. Im Jahr 1884 konnten schließlich die ersten Schwestern dort einziehen und das neue St.  Vinzenz-Krankenhaus in Gebrauch nehmen.

Schnell wurde die von Pastor Hagemann gebaute Michaelskapelle zu klein, und er sah sich wiederum genötigt zu bauen, und zwar jetzt eine richtige Kirche.

Im  Zentrum  der  Stadt,  direkt  am  Kai  des  Dampfschiffhafens,  baute  er  nun  eine  Kirche  mit anschließendem Pfarrhaus. Der eifrige Missionar musste wiederum viele Kollektreisen unternehmen und aufgrund der Opferbereitschaft seiner ausländischen Freunde war es ihm möglich, am 29. September 1885 die neue, schöne St. Michaels-Kirche mit ihrem schönen, schlanken Turm einzuweihen.

Pastor Hagemann zeichnete sich durch große Wirksamkeit und starken Unternehmungsgeist aus; sei es als Priester oder als Verfasser kleinerer Broschüren für seinen Glauben. Hinzu kamen die Kollekt- und Auslandsreisen, um für die Baukosten des St. Vinzenz-Hospitals, der St. Michaels-Kirche, der Schule und der Pfarrwohnung zu sammeln. In Anerkennung an seine Verdienste ernannte ihn der Heilige Stuhl in Rom zum Päpstlichen Ehrenkaplan (extea urbem) und gab ihm den Titel "Monsignore".  Am 20. Mai 1887 wurde er zum Vize-Präfekt für Norwegen und Pfarrer an der St. Olafs-Kirche in Oslo ernannt.

Wegen seines schlechten Gesundheitszustands musste er für längere Zeit nach Deutschland zurück. Am 15.  Mai  1891 wurde er  zwar  zum Pfarrer  an der  neu errichteten Pfarre "St.  Halvard"  in Oslo ernannt, doch außer einen kurzen Besuch ist er nicht mehr dazu gekommen, die Stelle zu besetzen. Am 3. November  1892  erhielt  sein  reiches  und  unermüdliches  Priesterleben  seinen  plötzlichen  Abschluss: Plötzlich und unerwartet starb er in Neisse/Schlesien, wo er als Spiritual der St. Elisabeth-Schwestern war. Doch wie warm, opferbereit und selbstlos sein Priesterherz für Norwegen geschlagen hat, beweist sein  Testament,  welches  er  am  12.  Juni  1891  abgefasst  hat.  Hierin  hinterlässt  er  alles  der norwegischen Mission und spricht darin die ergreifenden Worte aus: "Mein letztes Gebet, mein letzter Wunsch und die letzte klare bewusste Regung meines Herzens wird ein Gebet, ein Wunsch und eine Regung sein für das Wohl der lieben norwegischen Mission - bis in den Tod und über den Tod hinaus."

 

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