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Mi. , 20. Sept. 2017



Zuschauer-Massen beim Umzug

Stilsicherer Spott und Sticheleien: Narrenschiff der Luxusklasse

2014-02 prinzenwagen kBevor Motivwagen, Fußgruppen und Spielmannszüge am Sonntag starteten, heimste Prinz Raphael I. die Schlüsselgewalt von Bürgermeister Alfred Holz ein.
Welch ein Narrenschiff! Und am Steuerrad huldigen, bei Sonne und sanfter See, Prinz Raphael I. und Funkenmariechen Miriam I. ihrem jecken Volk. Das kam in Scharen, nicht nur um den Prinzenwagen zu bestaunen. Die bunte Fregatte, gesäumt von Beiboot und Piraten-Spalier der Ecke Horst, bildete den krönenden Höhepunkt des höchsten Feiertages in der närrischen Session.

Der offizielle Teil des wichtigsten Tages in der fünften Jahreszeit begann mit der Machtübernahme von Raphael I. und Miriam I. Sie schnappten sich den Generalschlüssel der Gemeinde Senden.

Bürgermeister Alfred Holz leistete nur zaghaften Widerstand. War es, weil er wusste, dass Gegenwehr zwecklos war, oder schließt sich Holz, selbst Ottmarsbocholter, innerlich der Narrentruppe womöglich am liebsten an?

Wie auch immer, Alfred Holz betonte, dass er sich sicher sei, seine Machtbefugnisse in gute Hände zu legen. „Sie haben ihre Farben richtig gemischt", lobt der Noch-Rathaus-Chef seinen jecken Vertreter, der beruflich als Maler seine Brötchen verdient. Bis Aschermittwoch nimmt Seine Tollität freilich keinen Pinsel in die Hand. Seine Finger nutzte er bei der Schlüsselübergabe für einige beherzte Griffe in die Kamellebottiche.

Bevor die Wurfgeschosse aber prasselten, musste die prinzliche Bulle vorgetragen werden. Klarer Tenor: Die Machtfrage zwischen Ottmarsbocholt und den weiteren Ortsteilen wird geklärt. Denn Bösensell und Senden sollen ihre Namen verlieren künftig neu durchnummeriert werden als Ottmarsbocholt zwei und Ottmarsbocholt drei.

„Absolute Narrenfreiheit", rief Raphael I. als Devise aus, sollte nicht nur in Otti-Botti herrschen. Der neue Regent gab sich bürgernah: Während des Zugs und auch danach in den Gaststätten stehe er seinem Volk zu Diensten – und zwar in der Nacht „bis ultimo", kündigte Raphael I. an.

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Die gelben Engel wurden zu Bengeln, und dem ADAC sagten die Narren ade. Der Skandalbischof aus Limburg erntete Spott, der sich kübelweise auf Steuerhinterzieher wie Uli Hoeneß und Alice Schwarzer ergoss. Die Narren in und aus Ottmarsbocholt machten ihren Job gut: Sie hielten den Mächtigen den Spiegel vor und knöpften sich die Top-Ereignisse als Motto vor.

Das ist das Grundrezept, das den großen Umzug in dem kleinen Dorf ausmacht. Das Aroma gelangt aber für viele Besucher durch die Prise Lokalkolorit den bunten Eintopf des Bürgerkarnevals. Auch diese Würze kam nicht zu kurz. Denn die Ecke Dillenbaum und die Jungschützen zum Beispiel fachten das Thema Windkraft an. „Kommt Energie aus Wind irgendwann – bei uns macht Strom der Jallermann", reimten die Dillenbäumer. Sie sehen es mit gemischten Gefühlen, sollten sich die mächtigen Rotorblätter in Otti-Botti drehen. „Der Kirchturm von St. Urban sollte der Blickfang bleiben", bringt Andreas Gerber die mäßige Begeisterung auf den Punkt.

Ein heißes Eisen piksten auch die Ehepaare Beisenkötter, Lindfeld und Rave als „Jallermann-Quartett" auf – die Frage der Stadtwerdung beantworteten sie unter der Devise: „Otti-Botti statt Senden" oder auch Karnevalsstadt Otti-Botti". Stimmzettel gab´s für die Jecken noch dazu.

Den Brand der Holzkuppel der Ottmarsbocholter Mühlen griff eine weitere Gruppe auf: „Nicht nur die Mühle hat einen Dachschaden" übte sie sich in Selbstironie.

Ob flinke Fußtruppe oder mobiler Narren-Koloss: Viel Arbeit haben die Ecken, Clubs und Cliquen investiert, bis am Sonntag vor Rosenmontag der Umzug durch Otti-Botti ziehen kann. Die Beteiligung klappt noch, und auch die junge Generation schließt sich ohne Sollbruchstelle ab, ziehen Thomas Lordiek und Theo Trahe von der Holte Straße ein Resümee. Ihr T 1-Hippie-Bullie gerät zum Blickfang. Zum Zersägen viel zu schade. „Ja, das tut weh", bedauern die Wagenbauer.

Immerhin: Ihre Mühen wurden von mehreren tausend Zuschauern gefeiert. Der Andrang, so die Polizei, fiel angesichts des Wetters deutlich höher aus. Und der Lindwurm der Freude schlängelte sich ohne Verletzte oder Ärger unter Narren über seine Route , bilanziert die Polizei am Abend.

 

Bericht + Fotos: WN/Dietrich Harhues

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